Quantensprung für Bewohner und Mitarbeiter

Haus Emmaus zieht vom Frauenberg ins Pflegezentrum "Am Holzbach"

Gregor Graue, Gerd Völker, Klaus-Dieter Vogler, Ralf Eschbach, Dr. Frank Hofmann und Ralf Pfannkuche
Fotos: Erik Spiegel

13.03.2026 / DIPPERZ - "Wir sind seit 25 Jahren auf der Suche nach einem neuen Standort für das in die Jahre gekommene Evangelische Alten- und Pflegeheim Haus Emmaus am Frauenberg in Fulda - und heute haben wir in Frankfurt den Kaufvertrag für das neue Domizil unterschrieben", freut sich der Geschäftsführer des Trägers, Ralf Pfannkuche. Die Ev. Altenhilfe Gesundbrunnen in Hofgeismar musste fast ein Jahr verhandeln und rechnen, bis der Vertrag in trockenen Tüchern war. Denn die Vorgeschichte des geplanten Pflegeheims in Dipperz, das die Familienstiftung Pokrzewinski 2021 zu bauen begonnen hatte, endete nach langem Hin und Her in der Insolvenz.



"Die Stadt Fulda hat uns bei der Suche nach einem Grundstück unterstützt, aber wir haben vor Ort nichts Geeignetes gefunden". Seit fast 100 Jahren betreibt die Ev. Altenhilfe Gesundbrunnen das Ev. Alten- und Pflegeheim Haus Emmaus in Fulda mit 45 vollstationären Pflegeplätzen und Kurzzeitpflegeangebot. Doch der Handlungsdruck nahm zu, denn das fantastisch gelegene Haus bot den Bewohnern nicht mehr den heute erwartbaren Komfort. "Doppelzimmer ohne Nasszelle sind einfach nicht mehr zeitgemäß", sagte Einrichtungsleiter Ralf Eschbach, der sich mit allen Mitarbeitern und Bewohnern auf den Umzug in den Neubau in Dipperz freut. Auch für Bürgermeister Klaus-Dieter Vogler ist der Tag der erfreuliche Schlusspunkt unter eine lange Zitterpartie.

Mit der Übernahme ist ein entscheidender Schritt gelungen, um langfristig eine moderne und zukunftsfähige Perspektive für den evangelischen Träger von 21 Altenpflegezentren in Nordhessen und dem westlichen Thüringen mit Hauptsitz Hofgeismar für die Region Fulda zu schaffen. In einer geplanten Restbauzeit von rund 12 bis 15 Monaten sollen am Standort in Dipperz 60 Pflegeplätze entstehen. Damit ist eine Lösung gefunden worden, die sowohl Ersatz für das alte Haus in Fulda ist als auch neue Möglichkeiten in der Region eröffnet: Zusätzlich ist der Aufbau einer solitären Tagespflege mit 18 Plätzen geplant, die insbesondere Menschen aus Dipperz und dem näheren Umfeld unterstützen soll. Damit entsteht ein Angebot, das stationäre Pflege, Kurzzeitpflege und Tagespflege sinnvoll miteinander verbindet.

Pflegezentrum als Teil eines Quartiers

Ein weiterer besonderer Aspekt: Das neue Pflegezentrum wird Teil eines bereits bestehenden Quartiers. Vor Ort sind schon heute eine Apotheke, die Bäckerei Happ mit Cafeteria sowie heimverbundene Wohnungen vorhanden. Diese Wohnungen werden ebenfalls von der Ev. Altenhilfe betrieben – teilweise sind sie bereits belegt. Die aktive Vermietung der bereits fertigen Wohnungen beginnt zeitnah.

Großzügiges Platzangebot und gute Gestaltungsmöglichkeiten

Das künftige Pflegezentrum soll konsequent auf moderne Standards ausgerichtet sein: Der stationäre Bereich umfasst ausschließlich Einzelzimmer, die komfortabel ausgestattet in zwei Wohnbereichen angelegt sind. Ein großzügiges Raumangebot, vor allem was die Gemeinschaftsflächen anbelangt, bietet gute Gestaltungsmöglichkeiten für das Leben im Quartier.

Nach Abschluss der Bauarbeiten werden die Belegschaft und die Bewohnerinnen und Bewohner aus dem ehemaligen Parkhotel vom Gerloser Weg nach Dipperz umziehen – in ein modernes Haus mit atemberaubendem Blick auf die Rhön. Für die Bewohnerinnen und Bewohner entsteht damit ein sehr großzügig geplanter Lebensraum, der Privatsphäre, Komfort und zeitgemäße Pflegebedingungen ermöglicht.

"Ich freue mich sehr darüber, dass es mit der Evangelischen Altenhilfe Gesundbrunnen einen Investor in Dipperz gibt, der den Standort fertigstellt und Perspektiven für alte und neue Bewohner, aber auch für die Region schafft," so der Insolvenzverwalter Dr. Jan Plathner in seiner Stellungnahme.

Diakonische Pflege in der Region

"Ich bin sehr froh, dass wir nach langen Verhandlungen zu einer guten Lösung gelangt sind. Wir freuen uns darauf, das Projekt mit den bisher am Bau beteiligten Firmen aus der Region fertigstellen zu können. Herzlicher Dank gilt Herrn Landrat Bernd Woide für die Absicherung der Refinanzierung und unseren Partnern TK Finanzgruppe, Wirtschaftskanzlei Grüter und Treugeno Kassel für die gute Zusammenarbeit", so Ralf Pfannkuche. (ci)+++

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