Rohstoffe sind gefragt
K+S präsentiert Bilanz: Umsatz bleibt stabil - Werk Werra 2060: Verschiebung
Archivfoto: O|N
12.03.2026 / FRANKFURT/M. -
K+S hat am Mittwoch seine Jahresbilanz 2025 während einer Pressekonferenz in Frankfurt am Main vorgestellt. Neben den nackten Zahlen stehen die geopolitischen Herausforderungen auch beim Kali- und Düngemittelhersteller K+S im Fokus. Dazu gesellen sich die hohen Produktionskosten sowie das bürokratische Schneckentempo in Deutschland.
Trotzdem hält K+S an seinen Investitionen an den für Osthessen wichtigen Standorten des Werks Werra sowie dem zweiten Produktionsstandort in Kanada fest. Was den Umbau des Werks Werra angeht, erklärte Dr. Christian H. Meyer, Vorstandsvorsitzender der K+S Aktiengesellschaft: "Die Umstellung der Produktion wird sich leicht verzögern und soll nun während der Sommerpause im Jahr 2028 umgesetzt werden. "Meyer nannte die Komplexität der Umstellung von nasser zu trockener Produktion im laufenden Betrieb als große technische Herausforderung. K+S braucht dafür nun etwas mehr Zeit, der Kostenrahmen von rund 600 Millionen Euro werde eingehalten, so Meyer während der Vorstellung in den Räumen des Frankfurter Presse Clubs.
Der bereinigte freie Cashflow betrug im Berichtsjahr 29,1 Mio. € (Vara-Konsensschätzung: 22,8 Mio. €; 2024: 62,4 Mio. €). Nachdem es im vierten Quartal wieder zu einer Zuschreibung in Höhe von 484 Mio. € gekommen war, verbleibt für das Gesamtjahr 2025 ein außerordentlicher, nicht zahlungswirksamer Wertminderungsaufwand für die zahlungsmittelgenerierende Einheit Kali- und Magnesiumprodukte in Höhe von 1.575 Mio. €. Daher liegt das bereinigte Konzernergebnis nach Steuern bei - 1,13 Mrd. € (2024: + 3,6 Mio. €). Ohne Berücksichtigung der Wertminderungseffekte sowie ihrer Steuereffekte hätte das bereinigte Konzernergebnis nach Steuern + 125,5 Mio. € (Vara-Konsensschätzung: 117,1 Mio. €, 2024: + 3,6 Mio. €) betragen.
Dies zeigt, dass K+S die beiden Großprojekte erneut aus eigener Kraft stemmen konnte, was auch für die kommenden Jahre das Ziel ist. Dafür wird sich K+S hinsichtlich Mittelallokation, Strukturen und Prozesse bestmöglich aufstellen, um das Unternehmen auch mit Blick auf die Kosten noch robuster zu machen.
Forderung nach besseren Rahmenbedingungen für die Rohstoffindustrie
Auf der heutigen Bilanzpressekonferenz weist Dr. Meyer erneut auf die Versorgungssicherheit bei Rohstoffen hin: "Wir haben zuletzt in Deutschland schmerzlich erfahren müssen, wie gefährlich eine zu starke Abhängigkeit von wichtigen Rohstoffen aus dem Ausland sein kann. Daher muss eine unabhängige Rohstoffversorgung wieder einen deutlich höheren Stellenwert haben. Dies beinhaltet auch, dass wir für die wenigen Rohstoffunternehmen hierzulande gute Rahmenbedingungen schaffen, um eine wirtschaftliche Förderung und Verarbeitung von Rohstoffen bei hohen Umwelt- und Sozialstandards zu ermöglichen", so Dr. Meyer.Er fordert daher mehr Unterstützung durch die Politik, insbesondere durch einen konsequenten Bürokratieabbau, schnellere Genehmigungsverfahren und eine Absenkung der hohen Energiekosten: "Wenn die heimische Rohstoffgewinnung nicht schnell von bürokratischen Hürden entlastet wird, drohen Deutschland und Europa in neue Abhängigkeiten zu geraten."