MP Rhein: "Einsteigen statt Aussteigen!"
Drastische Kehrtwende in der Energiepolitik - kommt die Atom-Rückkehr?
Symbolbild: Pixabay
11.03.2026 / REGION -
Das kommt für viele unerwartet: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU) hat die Abkehr von der Atomkraft als einen "strategischen Fehler" bezeichnet und stellt jetzt Risiko-Absicherungen der EU in Höhe von 200 Millionen Euro für private Geldgeber in Aussicht, die in neue Atomtechnologien investieren. Zuspruch kommt dazu aus Hessen - von Regierungschef Boris Rhein (CDU).
Zum Auftakt des Atomenergie-Gipfels am Dienstag in Frankreich erklärte von der Leyen, man lege jetzt eine "neue europäische Strategie für kleine modulare Reaktoren" vor. "Ich glaube, dass es für Europa ein strategischer Fehler war, einer zuverlässigen, bezahlbaren Quelle für emissionsarmen Strom den Rücken zu kehren." Das Geld für die Risiko-Absicherung solle aus dem Emissionshandel kommen.
Rhein: "Hessen ist Leitstandort für laserbasierte Kernfusion"
Sie liefere "sichere, bezahlbare und klimaneutrale Energie" und mache Deutschland unabhängiger, gerade in Zeiten globaler Krisen. Ein Weg könne dabei auch der Bau von kleinen, modularen Atomkraftwerken sein. "Neben Kernspaltung sollten wir auch auf Kernfusion setzen. Hessen ist Leitstandort für laserbasierte Kernfusion, eine Zukunftstechnologie, die ein echter Gamechanger für die Energieversorgung werden kann", so Boris Rhein. Koalition in Berlin ist sich uneins - aber aus Hessen kommt Druck
Im jahrelangen Streit um EU-Gelder für Atomkraft hatte Deutschland sich im Mai vergangenen Jahres der Position Frankreichs angenähert. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) zeigte sich damals offen für eine Förderung der Forschung an SMR-Reaktoren aus dem EU-Haushalt. Gänzlich anders bewertet dies Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD). Das sei ein Holzweg, sagte er im rbb24 Inforadio. Schneider wörtlich: "Deutschland ist zu Recht ausgestiegen aus der Atomkraft. Wir sind beim Ausbau der Erneuerbaren Energien extrem schnell."Durch den von der Leyen-Vorstoß und die Reaktion von Boris Rhein, der sich als erster Länderchef in der Bundesrepublik so deutlich geäußert hat, könnte das Thema wieder stärker auf das politische Tableut gehoben werden. (mmb) +++