Nach nur vier Jahren
Auf dem SVG-Autohof: Wasserstofftankstelle für Autos wird wieder abgerissen
Fotos: Hans-Hubertus Braune
12.03.2026 / KIRCHHEIM -
Kaum zu glauben, aber wahr: Die einst als signifikante Errungenschaft gefeierten Wasserstofftankstellen für Autofahrer sind offenbar ein millionenschweres Verlustgeschäft - zumindest im Segment der Pkw. Das Unternehmen H2-MOBILITY bestätigt diesen Trend.
Sichtbares Beispiel: Auf dem SVG-Autohof in Kirchheim (Landkreis Hersfeld-Rotenburg) sind die Bagger angerückt, um die dortige Wasserstofftankstelle abzureißen. Diese wurde vor knapp vier Jahren gebaut und hat seitdem wohl kaum einen Kunden gesehen. Für die Errichtung erhielt das Unternehmen eine Million Euro Fördermittel.
"Für den Bau der Wasserstoffstation in Kirchheim erhielt H2 MOBILITY Deutschland Fördermittel in Höhe von circa einer Million Euro aus dem Nationalen Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP) durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV)", hieß es dazu in unserem OSTHESSEN|NEWS-Artikel (siehe unsere Serienfunktion).
"Weit hinter den Erwartungen geblieben"
Die Marktanforderungen hätten sich in den letzten Jahren grundlegend verändert. Der prognostizierte Hochlauf der Brennstoffzellen-Pkw sei weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Parallel entwickele sich die Relevanz im Bereich der schweren Nutzfahrzeuge schneller als erwartet. "Wir konzentrieren uns seitdem auf die Nachfrage von Bussen und Lkw, die bei 350 bar tanken. Zum einen haben wir hierfür 700-bar-Bestandstankstellen dort, wo es technisch möglich war, mit der 350-bar-Technik ausgestattet. Zum anderen erbauen wir neue Stationen mit einer bis zu 10-fachen Kapazität, an der sowohl leichte Nutzfahrzeuge und Pkw (700 bar) als auch schwere Nutzfahrzeuge (350 bar) tanken können. Mehrere dieser neuen Tankstellen sind in den vergangenen Jahren erfolgreich in Betrieb gegangen. Im Sommer 2025 ging die leistungsstärkste Wasserstofftankstelle Europas in Düsseldorf in Betrieb", schreibt das Unternehmen.Aktuell entwickele sich die Nachfrage dort, wo Wasserstoff seine Stärken ausspiele: in Logistik und ÖPNV. Allein im Bussegment habe sich die Zahl der Fahrzeuge in zwei Jahren fast verdreifacht (NOW GmbH). Bei stetig steigendem Mengenabsatz übertreffen 350-bar-Betankungen (Lkw, Busse) inzwischen deutlich die 700-bar-Betankungen (Pkw, Müllsammler) an H2-MOBILITY-Stationen. "Wir stehen im Vergleich aktuell bei einem Verhältnis von 60:40. Wir erwarten, dass der Anteil zukünftig noch weiter steigen wird", so H2 MOBILITY.
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