Astronom klärt auf
Feuerball über Osthessen: Rätsel um grellen Lichtschweif fasziniert die Bürger
Foto: Daniel Schiefke
10.03.2026 / REGION -
Das beschäftigt aktuell wohl ganz Osthessen und weit darüber hinaus - der mysteriöse Lichtschweif am Sonntagabend. Zahlreiche Menschen berichteten über ihre Erlebnisse in Verbindung mit dem Himmelsobjekt. Dabei stellt sich für viele vor allem die Frage: Was genau ist da eigentlich durch unsere Atmosphäre geflogen? OSTHESSEN|NEWS hat beim renommierten Astronomen Michael Passarge nachgefragt.
Zwar befindet sich der Astronom aktuell in Finnland, freute sich aber darüber, die Neugier der Region zu stillen. "Es kann nur ein Meteorit gewesen sein", erklärte Passarge im Gespräch mit O|N am Montagmittag. Das ließe sich wie folgt erklären: Wenn diese Art von Gestein- und/oder Metallbrocken außerhalb unserer Atmosphäre unterwegs sind, spricht man von einem Meteoroiden. Wenn das Objekt, wie Sonntagabend, in die Atmosphäre eindringt, spricht man von einem Meteoriten.
Daher kommen Helligkeit und Knall
In Rheinland-Pfalz ist ein Teil des ursprünglichen Meteoriten in ein Hausdach eingeschlagen und kleinere Bruchstückchen sind im weiteren Umfeld aufgefunden worden. "Durch die hohe Eintrittsgeschwindigkeit des Meteoriten und den enormen Widerstand, den die Hochatmosphäre aufbot, ist der Meteorit in zahlreiche kleine und kleinste Teilchen zerbrochen", sagte Passarge zu den gefundenen Brocken in Rheinland-Pfalz. Auch für die hervorstechende Helligkeit hat der Astronom eine Erklärung: "Der Meteorit wirkt deshalb so leuchtend, weil er sich selbst beim Durchstoßen der Atmosphäre sehr stark aufheizte und seine Energie damit auch an die Atmosphäre abgab." So gesehen stürzt also ein stark aufgeheizter Meteorit auf die Erde herab. Der "Knall", der von einigen Menschen wahrgenommen wurde, entstehe beim Eindringen in die Atmosphäre. "Komprimierte Luft wurde vom Meteoriten durchstoßen."