"Genau jetzt muss man in die Offensive gehen"
Grünen-Chef Banaszak warnt - Blick auf die Gründung des AfD-Jugendverbands
Archivfoto: O|N/ Carina Jirsch
06.03.2026 / REGION -
Im Vorfeld der Kommunalwahl in Hessen, Bayern und der Landtagswahlen in Baden-Württemberg war der erste Vorsitzende der Grünen, Felix Banaszak, in Süddeutschland unterwegs, so auch in Fulda. Im exklusiven Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS machte Banaszak deutlich, warum aus seiner Sicht gerade auf der kommunalen Ebene entschieden wird, wie widerstandsfähig die Demokratie vor Ort ist. Auch mit Blick auf die angekündigte Gründung des Landesverbands "Generation Deutschland" der Alternative für Deutschland in Fulda.
"In einer Situation, in der viele Menschen sich fragen, wie es eigentlich weitergeht mit ihrem Leben, wäre das Dümmste, was man machen könnte als eine demokratische Partei, nicht mehr in die Auseinandersetzung zu gehen", so Banaszak gegenüber O|N. "Es braucht im Umgang mit der AfD an zwei Stellen große Dringlichkeit": Zum einen müsse klar benannt werden, wofür diese Partei stehe. Zum anderen gehe es darum, die konkreten Probleme ernst zu nehmen, die Menschen empfänglich für Antidemokraten machen.
Demokratie beginnt vor der Haustür
Mit Blick auf die Kommunalwahl betonte der Grünen-Chef die Bedeutung der lokalen Ebene. Hier entscheidet sich ganz konkret: "Wie entwickelt sich beispielsweise Fulda?" Es geht um Fragen wie: "Bleiben Jugend- und sozialkulturelle Zentren erhalten? Wie steht es um Schwimmbäder oder einen funktionierenden Nahverkehr?""Menschen erfahren den Staat vor Ort", erklärt Banaszak. Ob Bürgeramt, Polizeifrage, ob es noch eine Bank oder einen Tante-Emma-Laden gibt - all das prägt das Vertrauen in die Politik. "Wenn das Leben im eigenen Umfeld nicht mehr funktioniert und man das Gefühl hat, die Politik schafft es nicht, die kleinen Probleme zu bewältigen, dann glaubt man auch nicht daran, dass sie es schafft, die großen wirklich zu lösen."
Klimaschutz bleibt Kernthema
Neben kommunalpolitischen Fragen war auch der Klimaschutz Thema. Zwar werde die öffentliche Debatte derzeit stark von internationalen Krisen bestimmt, doch gerade in einer unsicheren Welt dürfe beim Klima-, Umwelt- und Naturschutz nicht nachgelassen werden. "Wir wollen unabhängiger werden", sagte Banaszak mit Blick auf internationale Energieabhängigkeiten. Eine beschleunigte Energiewende sei nicht nur Umweltpolitik, sondern Teil einer Sicherheitsstrategie.