80 Durchsuchungen, 6 Haftbefehle
Großrazzia gegen Schwarzarbeit in der Baubranche: 28 Mio. Euro Schaden
Fotos: 5Vision.News
04.03.2026 / MAINTAL -
Eine große Razzia gegen Schwarzarbeit in der Baubranche hat am Dienstag bundesweit für Aufsehen gesorgt (OSTHESSEN|NEWS berichtete). Rund 1.000 Einsatzkräfte durchsuchten im Auftrag der Staatsanwaltschaft Hanau insgesamt 80 Wohn- und Geschäftsräume in sechs Bundesländern – mit Schwerpunkt im Rhein-Main-Gebiet. Koordiniert wurde der Einsatz vom regionalen Ermittlungszentrum der Finanzkontrolle Schwarzarbeit beim Hauptzollamt Frankfurt am Main.
Das regionale Ermittlungszentrum der Finanzkontrolle Schwarzarbeit beim Hauptzollamt Frankfurt am Main hat gestern im Auftrag der Staatsanwaltschaft Hanau nach umfangreich durchgeführten Ermittlungen bundesweit insgesamt 80 Wohn- und Geschäftsräume durchsucht. Rund 1.000 Einsatzkräfte waren an den Maßnahmen in insgesamt 6 Bundesländern mit Schwerpunkt im Rhein-Main Gebiet beteiligt. Dabei wurden 6 Haftbefehle und 20 Vermögensarreste vollstreckt sowie umfangreiches Beweismaterial sichergestellt. Die Durchsuchungen fanden in Offenbach, Springe, Berlin, Frankfurt am Main, Bochum, Wiesbaden, Wetzlar, Darmstadt, Stuttgart, Karlsruhe, Satteldorf und Weismain statt.
Zur vorläufigen Sicherung von Vermögenswerten ergingen 20 Vermögensarreste in die Vermögen der Beschuldigten und deren Firmen in Höhe von 13,4 Millionen Euro. Diese wurden im Zuge des Einsatzes durch Pfändungen vollstreckt. Hierfür kamen auch Diensthunde des Zolls zum Aufspüren von Bargeld zum Einsatz. Unter anderem wurden Bargelder in sechsstelliger Höhe, Gold, Luxusuhren und hochpreisige Fahrzeuge gepfändet.
Neben dem Hauptzollamt Frankfurt am Main waren Einsatzkräfte 37 weiterer Hauptzollämter, der Bundes- und hessischen Landespolizei, Spezialeinheiten des Zolls und der Polizei sowie der Staatsanwaltschaft Hanau an den Maßnahmen beteiligt.
Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Hanau, der Steuerfahndungsstelle des Finanzamtes Offenbach am Main sowie des regionalen Ermittlungszentrums der Finanzkontrolle Schwarzarbeit dauern an.
Hintergrundinfos:
Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) des Zolls ermittelt u.a. gegen schwere Formen der organisierten Wirtschaftskriminalität, wie den sogenannten Kettenbetrug. Hierbei werden Servicefirmen als reine Rechnungsaussteller genutzt. Diese Firmen erbringen keine Bauleistungen, sondern stellen fingierte Rechnungen aus, um Geldflüsse zu tarnen und Bargeld für Schwarzlohnzahlungen zu generieren. Dies schädigt nicht nur die Sozialkassen massiv, sondern verzerrt auch den fairen Wettbewerb in der Baubranche. (ems/pm) +++