Bayerns "schwarzer Sheriff" zu Gast
Sicherheit im Mittelpunkt: Blaulicht-Forum setzt mit Herrmann starkes Signal
Fotos: Carina Jirsch
26.02.2026 / FULDA -
Volles Haus im 3G-Hotel in Fulda, prominenter Besuch aus Bayern und eine Debatte, die aktueller kaum sein könnte: Beim "Blaulicht-Forum" der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) Fulda steht die Innere Sicherheit im Mittelpunkt. Unter dem Motto "Der schwarze Sheriff kommt" diskutieren Politiker, Vertreter von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten sowie zahlreiche Gäste über Verantwortung, Rechtsstaatlichkeit und die Herausforderungen unserer Zeit.
Schon im Vorfeld ist klar: Das Thema bewegt. Die Sicherheitslage sei komplexer geworden, sagt Florian Wehner, Kreisvorsitzender der MIT. "Unser Staat steht täglich vor neuen Aufgaben." Extremismus, Gewalt, internationale Krisen und Cyberkriminalität stellten Politik und Einsatzkräfte vor enorme Herausforderungen. Seine Forderung ist eindeutig: "Wir müssen schnell und entschlossen handeln. Extremismus und Gewalt gefährden den Frieden in unserer Demokratie." Unter den Gästen sind unter anderem Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld, Landrat Bernd Woide sowie die Landtagsabgeordneten Sebastian Müller und Thomas Hering. Vertreter aus Wirtschaft, CDU und Blaulicht-Organisationen nutzen die Gelegenheit zum Austausch.
Klare Haltung zur inneren Sicherheit
Als Hauptredner ist Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) nach Fulda gekommen. Der langjährige Innenpolitiker gilt als Verfechter einer konsequenten Sicherheitspolitik. Gleich zu Beginn betont er die Verbundenheit mit Hessen und der Region: "Wir pflegen eine gute Nachbarschaft und Zusammenarbeit mit Fulda." Auch mit seinem Kollegen Roman Poseck, dem Hessischen Innenminister, habe er ein vertrauensvolles Verhältnis: "Wir sind uns einig und ziehen selbst bei harten Themen an einem Strang." Die Herausforderungen seien bundesweit ähnlich: "Herausforderungen, die uns alle gemeinsam beschäftigen."Fulda und Bayern: Gemeinsame Linie
Auch Fuldas CDU-Kreisvorsitzender Frederik Schmitt sieht viele Parallelen zwischen Region und Freistaat. "Der Landkreis Fulda und der Freistaat Bayern haben viele Gemeinsamkeiten. Die Rhön verbindet und vereint uns." In Fragen der inneren Sicherheit denke man ähnlich. "Innere Sicherheit funktioniert nur, wenn alle zusammenarbeiten." Besonders hebt er die Leistungsfähigkeit der Rettungsdienste hervor - gerade im ländlichen Raum. Wertschätzung für Ehrenamt und Einsatzkräfte
Ein zentrales Thema des Abends ist die Rolle von Feuerwehr und Rettungsdiensten. Herrmann stellt klar: "Feuerwehren und Rettungsorganisationen sind ein Thema der Sicherheit: Jeder von uns weiß, es kann jederzeit etwas passieren." Die Leistungen der Ehrenamtlichen würdigt er ausdrücklich: "Es ist großartig, was wir in unserem Land an Feuerwehrleuten haben." Dieses Engagement sei "unbezahlbar – aber sie brauchen eine ordentliche Ausrüstung".Neben der inneren Sicherheit geht es auch um Migration und Integration. Herrmann verweist auf sinkende Flüchtlingszahlen: "Wir haben im vergangenen Jahr die Flüchtlingszahlen mehr als halbiert." Zugleich betont er: "Wir haben Gesetze und die gelten für alle." Wer dauerhaft bleiben dürfe, müsse integriert werden und "unsere Sprache sprechen."
Sicherheit als Gemeinschaftsaufgabe
Im weiteren Verlauf wird deutlich: Sicherheitspolitik ist für die Veranstalter kein Randthema. "Wir müssen die Weichen für die Zukunft stellen", sagt Herrmann. Dazu gehöre auch, junge Menschen für demokratische Werte zu begeistern und Bürokratie abzubauen.Am Ende bleibt eine klare Botschaft: Sicherheit ist kein Zufall. Sie ist das Ergebnis politischer Entscheidungen, starker Institutionen – und eines engagierten Ehrenamts. Fulda setzt mit diesem Abend ein deutliches Signal für Respekt, Verantwortung und eine starke Sicherheitsarchitektur. (Constantin von Butler) +++