State of the Union
Trumps Rede zur Lage der Nation: Was er sagte und was nicht
Fotos: Kenny Holston/Pool The New York Times/AP/dpa
25.02.2026 / WASHINGTON -
Die Rede zur Lage der Nation ist für US-Präsident Donald Trump in eine Zeit gefallen, in der für ihn viel auf dem Spiel steht: Gut acht Monate vor den wichtigen Zwischenwahlen zum Kongress musste Trump seine bisherige Politik verteidigen und um die Gunst der Wähler werben. Seine Republikaner müssen bei den Wahlen im November ihre hauchdünne Mehrheit im Senat und im Repräsentantenhaus verteidigen - sonst droht Trump, zur "lame duck" ("lahme Ente") zu werden, also zum angezählten Amtsinhaber.
Zuletzt prägten viele Negativ-Schlagzeilen die Berichterstattung über den Präsidenten: Trumps Zoll-Schlappe vor dem Obersten Gericht, die Proteste gegen seine harte Migrationspolitik und der Ärger im Land über anhaltend hohe Lebenshaltungskosten. Umfragen zeigen sinkende Zustimmungswerte für seine Politik.
Die Rede zur Lage der Nation ("State of the Union") ist jedes Jahr ein viel beachteter Auftritt eines Präsidenten vor dem US-Kongress. Die Ansprache ist für den Amtsinhaber immer auch eine Chance, Einfluss auf die öffentliche Wahrnehmung der eigenen Politik zu nehmen und den weiteren innen- und außenpolitischen Kurs seiner Regierung zu skizzieren. Wie hat Trump das genutzt – und welche Akzente haben die Demokraten gesetzt?
Was Trump gesagt hat
Trump, der sich auch in den eigenen Reihen zum Teil mit der Kritik konfrontiert sieht, einen zu großen Fokus auf Außenpolitik zu legen, widmete den Großteil seiner annähernd zweistündigen Rede am Dienstagabend (Ortszeit) der Situation im eigenen Land. "Unsere Nation ist zurück – größer, besser, reicher und stärker als jemals zuvor", betonte er. Der Republikaner, der seine Politik gerne in Superlativen beschreibt, verbuchte das als seinen Erfolg."Ich bevorzuge es, dieses Problem durch Diplomatie zu lösen. Aber eines ist sicher: Ich werde niemals zulassen, dass der weltweit größte Förderer des Terrors, der sie bei weitem sind, eine Atomwaffe besitzt." Die USA haben ihre Militärpräsenz im Nahen Osten zuletzt massiv ausgebaut - und Trump drohte der Führung in Teheran offen mit einem Angriff.
Was Trump nicht gesagt hat
Überraschend wenig hat sich Trump zu anderen außenpolitischen Konflikten geäußert. Sowohl den stockenden Friedensprozess im Gazastreifen als auch den Ukraine-Krieg streifte er nur. Beobachter waren vor der Rede davon ausgegangen, dass sich Trump zu den laufenden Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine äußern würde, die unter Vermittlung der USA stattfinden. Ein früheres Objekt seiner Begierde, die zu Dänemark gehörende Insel Grönland, erwähnte der Präsident gar nicht.Was für eine Botschaft die Demokraten gesendet haben
Bei der traditionellen Antwort der Opposition auf die Rede des Präsidenten rückte die demokratische Gouverneurin des US-Bundesstaats Virginia, Abigail Spanberger, die steigenden Lebenshaltungskosten in den Fokus. Trumps Zollpolitik treibe die Kosten für Haushalte in die Höhe, kritisierte die 46-Jährige. Sie gab damit einen Vorgeschmack darauf, womit ihre Partei im Vorfeld der Zwischenwahlen zu punkten versuchen dürfte.Spanberger warf dem Präsidenten in der Einwanderungspolitik vor, mit Angst zu arbeiten, statt Lösungen anzubieten. Die Einsätze von Bundesbeamten hätten das Land nicht sicherer gemacht, sondern nur gespalten.
Der demokratische Senator Alex Padilla wiederum bezeichnete Trump als Lügner und verglich ihn mit einem Diktator. Trump wende Taktiken an, "wie wir sie aus anderen Ländern kennen, die von korrupten Diktatoren regiert werden". (Von Franziska Spiecker, Khang Mischke und Johanna Hänsel, dpa) +++
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