Der Stadtpfarrer bei O|N
Ihr seid das Salz der Erde, ihr seid das Licht der Welt!!" (Mt. 5, 13a.14a)
Archivfotos: O|N/ Carina Jirsch
28.02.2026 / FULDA -
Genau das meint Jesus. Christsein heißt nicht, laut zu sein oder sich in den Vordergrund zu drängen. Es heißt, dem Leben Geschmack zu geben. Salz bewahrt auch vor dem Verderben. In der Zeit Jesu wurde es benutzt, um Lebensmittel haltbar zu machen. Übertragen heißt das: Wo Menschen aus dem Geist Jesu leben – dort werden Hoffnung, Würde und Menschlichkeit bewahrt. Dort wird verhindert, dass Zynismus, Gleichgültigkeit oder Härte alles verderben. Aber Jesus warnt auch: Wenn das Salz seinen Geschmack verliert…
Salz, das nicht mehr salzt, ist nutzlos. Glaube, der keine Folgen hat – für unser Handeln, unseren Umgang miteinander – wird ebenfalls kraftlos. Christsein bleibt nicht Theorie. Es zeigt sich im Alltag: in Fairness statt Ellenbogen, in Mitgefühl statt Wegschauen, in Ehrlichkeit statt Bequemlichkeit. Das zweite Bild ist noch deutlicher: Licht.
Vielleicht ist das die wichtigste Frage an jede und jeden: Wird durch mein Leben etwas von Gott sichtbar? Nicht perfekt, nicht fehlerfrei – aber echt.
Jesus traut den Menschen etwas zu. Er nennt sie Salz und Licht. Nicht, weil wir viele so stark sind, sondern weil Gott durch den Menschen wirken will. Möge der Glaube vieler nicht fade werden, so dass ihr Licht versteckt bleibt, sondern dass durch das Leben jedes einzelnen etwas von der Liebe Gottes in dieser Welt aufleuchtet. (Stefan Buß) +++