Neun Festnahmen
Razzia nach Millionenbetrug mit falschen Tickets im Louvre
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13.02.2026 / PARIS -
Schon wieder muss die Pariser Polizei zu einem spektakulären Kriminalfall mit Millionenbeute im Louvre anrücken. Wegen des Verdachts eines großangelegten Betrugs mit Eintrittskarten in dem berühmten Museum haben die Fahnder neun Menschen festgenommen und über 1,4 Millionen Euro beschlagnahmt. Die Verdächtigen sollen heute einem Haftrichter vorgeführt werden.
Die Festnahmen erfolgten nach Angaben der Behörde am Dienstag. Zu den Festgenommenen gehörten Touristenführer, zwei Beschäftigte des Louvre sowie eine Person, die verdächtigt wird, das Netzwerk organisiert zu haben, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte.
Der Betrug soll nach Angaben der Ermittler über zehn Jahre angedauert haben. Der Louvre beziffere den entstandenen Schaden auf über zehn Millionen Euro. Die Summe sollen die Verdächtigten teils in Immobilien sowohl in Frankreich als auch in Dubai investiert haben, so die Staatsanwaltschaft. Ermittlungen zu einem möglichen Ticketbetrug fanden demnach auch im Schloss von Versailles statt.
Museumsmitarbeiter sollen Betrügern geholfen haben
Das Museum hatte Ende 2024 selbst bei der Polizei Alarm geschlagen, weil es die Existenz eines Netzwerks vermutete, das einen großangelegten Betrug organisiert. Dem Louvre war nach Angaben der Staatsanwaltschaft ein chinesisches Museumsführerpaar aufgefallen, das regelmäßig im Museum anwesend war und chinesische Touristen in die Ausstellungsräume schleuste, und dabei mehrfach dieselben Tickets für unterschiedliche Gruppen verwendete. Andere Museumsführer seien anschließend in Verdacht geraten, mit derselben Masche zu arbeiten.Fahnder beschlagnahmen große Geldsummen
Auch sollen sie Tickets mehrfach verwendet und falsche Tickets verkauft worden sein. Museumsmitarbeiter sollen Geld dafür erhalten haben, die Gruppen nicht zu kontrollieren. Neben den Festnahmen wurde bei Razzien mehr als 957.000 Euro in bar beschlagnahmt, darunter 67.000 Euro in ausländischer Währung, sowie 486.000 Euro auf verschiedenen Bankkonten.Das Museum habe einen Plan zur Betrugsbekämpfung angeschoben, der strengere Kontrollen und technische Maßnahmen umfasse, sagte eine Louvre-Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur. Auf die Frage, warum der großangelegte Betrug in dem Museum offenbar über Jahre überhaupt nicht auffiel - darauf gab es zunächst keine Antwort.
Millionenbetrug folgt auf spektakulären Blitzeinbruch
Die Aufdeckung des mutmaßlichen Millionenbetrugs folgt nur vier Monate auf den Blitzeinbruch in den Louvre am 19. Oktober, der international Schlagzeilen machte und bei dem ein Einbrecherquartett Schmuckstücke im Wert von schätzungsweise 88 Millionen Euro erbeutete. Alle vier mutmaßlichen Haupttäter befinden sich längst in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen zu möglichen Auftraggebern und den Hintergründen der Tat gehen weiter. Von der Beute fehlt aber weiter jede Spur.Täter flohen mit Juwelen auf Motorrädern
Die Diebe entkamen auf den Motorrollern mit acht kostbaren Schmuckstücken früherer Königinnen und Kaiserinnen - darunter mit Edelsteinen übersäte Diademe, Halsketten, Ohrringe und Broschen. Die mit Smaragden und Hunderten Diamanten verzierte Krone der Kaiserin Eugénie (1826-1920) gehörte ebenfalls zur Beute, wurde allerdings später in der Nähe des Louvre beschädigt gefunden - sie war bei der Flucht verloren worden.Keine zwei Monate später gab es erneut schlechte Nachrichten aus dem Museum. Wegen baufälliger Fußböden musste Mitte November ein Ausstellungsbereich vorsorglich und unerwartet für Besucher geschlossen werden. Außerdem mussten 65 Museumsmitarbeiter in dem entsprechenden Bereich im Südflügel kurzfristig ihre Büros räumen. Betroffen war die Galerie Campana im ersten Stock des Sully-Flügels, in der griechische Keramik aus der Antike ausgestellt wird. (Von Sabine Glaubitz und Michael Evers, dpa) +++
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