Blauzungenkrankheit
Tödliches Virus breitet sich rasant aus: Hessen wird zur Sperrzone!
Archivbild: O|N / Lea Hohmann
13.02.2026 / REGION -
Die Blauzungenkrankheit hat nun auch Hessen erreicht - mit direkten Folgen für die Landwirtschaft in Osthessen. Nachdem der Serotyp 8 (BTV8) bei einem Rind im Landkreis Bergstraße nachgewiesen wurde, ist fast das gesamte Bundesland zur Sperrzone erklärt worden. Grundlage ist das EU-Recht, das um einen Ausbruchsbetrieb einen Mindestradius von 150 Kilometern vorsieht.
Die Landkreise Hersfeld-Rotenburg und Fulda liegen derzeit teilweise innerhalb der Sperrzone. Alle übrigen hessischen Landkreise sowie kreisfreien Städte sind ab sofort vollständig betroffen. Damit sind auch der Main-Kinzig-Kreis und der Vogelsbergkreis direkt betroffen.
Seuche breitet sich aus
Zuvor war der Erreger bereits in Rheinland-Pfalz festgestellt worden. Mit der Ausweitung greifen nun strenge Vorgaben für Tierhalter. "Daher gelten nun insbesondere Einschränkungen für die Verbringung von Rindern, Schafen und Ziegen", teilt der Landkreis Fulda mit. Für viele Betriebe in der Region bedeutet das organisatorischen Mehraufwand und wirtschaftliche Unsicherheit, etwa durch verzögerte Verkäufe oder zusätzliche tierärztliche Untersuchungen.Transporte unterliegen strengen Bedingungen
Innerhalb der Sperrzone dürfen Tiere grundsätzlich weiter gehandelt werden. Schwieriger wird es jedoch bei Transporten aus dem Gebiet heraus. Hier gelten detaillierte Auflagen. Tiere müssen vollständig gegen BTV-8 geimpft sein und sich im garantierten Immunitätszeitraum befinden. Alternativ sind unter anderem PCR-Tests mit negativem Befund vorgeschrieben. Auch für Jungtiere unter 90 Tagen gibt es klare Regelungen - etwa zum Impfstatus der Muttertiere und zur Dokumentation durch Tierhaltererklärungen. Entsprechende Formulare stellen die jeweiligen Landkreise online bereit. Todesfälle möglich
Erkrankte Tiere zeigen teils schwere Symptome: hohes Fieber, Apathie und Fressunlust. "Nase und Mund sind gerötet und die Zunge schwillt an." In einigen Fällen treten auch Lahmheit, Entzündungen oder Probleme bei der Trächtigkeit auf. Das Virusgeschehen kann auch zu Todesfällen führen. Das Landwirtschaftsministerium rät daher, bei ersten Anzeichen umgehend den Hoftierarzt zu verständigen.Für die landwirtschaftlich geprägten Regionen Osthessens bleibt die Lage damit angespannt. Zwischen Seuchenschutz, bürokratischen Vorgaben und wirtschaftlichem Druck hoffen die Betriebe nun vor allem auf wirksame Impfungen und eine möglichst stabile Entwicklung der Tiergesundheit in den kommenden Monaten. (Constantin von Butler) +++