Gefiederte Heimkehrer
Zurück aus dem Süden - Störche wagen sich wieder nach Osthessen
Störche kommen immer früher zurück zu ihren Brutstätten.
Foto: Martin Engel
15.02.2026 / REGION -
Mit dem nahenden Frühling kommen auch die Zugvögel aus ihren Winterquartieren zurück in die Brutgebiete. Schon jetzt kann man allerdings die ersten Heimkehrer beobachten, denn an Osthessens Himmel wurden Störche gesichtet. Normalerweise rechnet man erst gegen Ende Februar und Anfang März mit ihrer Rückkehr – in den letzten Jahren kommen die Störche allerdings immer früher zurück.
Die verfrühte Rückkehr hat unterschiedliche Gründe: Zum einen ist natürlich der Rückgang von Schnee in den letzten Jahren ein Faktor, der das Verhalten der Zugvögel zunehmend verändert. Der andere und oftmals übersehene Aspekt steht in direktem Zusammenhang mit dem Konsum- und Wegwerfverhalten der Bevölkerung. "Wir füttern die Tiere auf den großen Mülldeponien nämlich an", so Horst Bachmann. Er ist langjähriger Ornithologe im Kreis Fulda, tätig im "Verein für Naturkunde in Osthessen" und hat im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS spannende Informationen bereitgestellt.
Durch immer mehr Hausabfälle und die entstehende "Wegwerfkultur" entstünde auf den deutschen Mülldeponien ein Platz für Vögel, die den schweren Weg gen Süden nicht mehr auf sich nehmen können oder wollen. "Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Das gilt auch bei den Vögeln, deswegen kommen sie immer früher zurück oder überwintern sogar an bestimmten Stellen", so der Ornithologe. Auf einigen Mülldeponien versammeln sich manchmal sogar mehrere hundert Vögel und suchen nach Nahrung.
Grund für die frühere Rückkehr sind also die immer milderen Winter und das Nahrungsangebot auf Mülldeponien. Dennoch bleiben solche Orte gefährlich für Vögel. Durch das Verschlucken anderer Abfälle und Fremdkörper können die Tiere schwere Schäden davontragen. Auch die nicht artgerechte oder sogar giftige Nahrung stellt eine reale Gefahr dar, die sehr oft übersehen wird. (pg)+++
Über Eichenzell konnte man Anfang der Woche schon die ersten Rückkehrer sehen.
Foto: Gerhard Dehler