Die Kandidaten im Überblick

Oberbürgermeisterwahl in Hanau: Kandidat Dr. Maximilian Bieri (SPD) im Portrait

Dr. Maximilian Bieri (SPD) will Oberbürgermeister von Hanau werden
Foto: Moritz Pappert

13.03.2026 / HANAU - Dr. Maximilian Bieri (SPD) will Oberbürgermeister von Hanau werden. Der 35-Jährige ist aktuell Bürgermeister seiner Heimatstadt und will nun die Nachfolge des SPD-Urgesteins Claus Kaminsky antreten. Er ist seit 2003 Oberbürgermeister der Stadt und hat vor wenigen Monaten seinen Rücktritt angekündigt. Sechs Kandidaten stehen nun zur Wahl.


Dr. Maximilian Bieri ist seit (Zeitpunkt parteieintritt) kommunalpolitisch für die SPD aktiv. 2019 wurde er Stadtverordneter in Hanau, 2020 SPD-Fraktionsvorsitzender und ist seit 2023 Bürgermeister der Stadt Hanau. Er hat Mathematik (Bachelor und Master) an der Goethe-Universität Frankfurt studiert und dort auch promoviert. Vor seiner politischen Laufbahn arbeitete er unter anderem als Softwareentwickler.

Warum wollen Sie Oberbürgermeister von Hanau werden?

"Claus Kaminsky hat mich bei einem Essen gefragt, ob ich sein Nachfolger werden möchte. Die Motivation, zu kandidieren, ist die gleiche, die mich schon zur Kommunalpolitik gebracht hat. Die Möglichkeit, die Stadt, in der ich aufgewachsen bin, in der ich zuhause bin, voranzubringen. Und dafür werbe ich jetzt für dieses Mandat."

Was qualifiziert Sie persönlich für dieses Amt?

"Ich bringe Verwaltungserfahrung mit, aber komme nicht aus der Verwaltung. Ich bin seit drei Jahren im Amt des Stellvertreters des Oberbürgermeisters und habe gelernt, wie diese Stadt funktioniert. Es ist beeindruckend, weil ich glaubte, Hanau zu kennen. Aber so konnte ich sie nochmal ganz neu kennenlernen und Einblicke in die verschiedensten Bereiche bekommen. Meine Art ist die des Miteinanders. Deshalb heißt auch mein Slogan Miteinander für Hanau."

Was würden Sie anders machen, als Claus Kaminsky?

"Die Herausforderungen der Zukunft werden andere sein als die Herausforderungen der Vergangenheit. Uns eint der allumfassende Blick auf diese Stadt und das Prinzip, dass die Stadt vor der Partei kommt. Trotzdem sind wir unterschiedliche Menschen. Ich bin kein Claus Kaminsky 2.0. Ich habe meinen eigenen Stil, zu kommunizieren und zu führen."

Was wird in den nächsten Jahren für Hanau wichtig?

"Egal, was wir in der Kultur, im Sozialen oder im Sport bewegen wollen - entscheidend ist die Frage, wie solide wir finanziell ausgestattet sind. Ich will Oberbürgermeister der Stadt Hanau werden, auch um dann das Amt des Kämmerers zu übernehmen. Für mich gehört zur Führung einer Stadt nicht nur, Ziele zu formulieren und Forderungen zu stellen, sondern auch Verantwortung für die Finanzen zu tragen: Prioritäten setzen, ehrlich rechnen und verlässlich investieren. Sonst bleiben am Ende gute Vorhaben leere Versprechen. Es ist eine große Aufgabe, die Stadt für die Zukunft fit zu halten. Wir brauchen eine funktionierende Verwaltung, die für die Bürgerinnen und Bürger agiert. Die digital ist und gleichzeitig auch das Recht auf Analogität behält. Und wichtig ist auch, die Belastungen für Bürgerinnen und Bürger gering zu halten. Eine große Aufgabe für die Stadt sehe ich auch im Bereich der Langzeitarbeitslosigkeit. Da sind wir aktuell noch nicht da, wo wir sein müssen. Durch die Kreisfreiheit haben wir die Instrumente, um am Arbeitsmarkt besser agieren zu können. Besser werden als bisher. Das ist die nicht einfache, aber dringende Aufgabe für die Stadt Hanau."

Was wäre ihr erstes Projekt, welches Sie angehen wollen?

"Wir haben bereits ein Projekt, das wir ausbauen wollen: In der Gemeinschaftsunterkunft Sportsfield haben Menschen, die sich um Asyl bewerben, einfache Tätigkeiten direkt vor Ort übernommen – zum Beispiel rund um Ordnung, Pflege und kleinere handwerkliche Arbeiten. Das ist ein erster Einstieg in Beschäftigung, sie können sich etwas dazuverdienen und kümmern sich selbst um ihre Wohnanlage. Viele sind darauf richtig stolz. Gleichzeitig konnten wir den externen Hausmeisterservice einstellen. Das entlastet die Stadtkasse – und damit die Steuerzahler. Solche pragmatischen Projekte haben Potenzial: Sie schaffen Struktur, fördern Selbstständigkeit und können ein Schritt in Richtung sozialversicherungspflichtiger Arbeit sein. Diese Potenziale wollen wir konsequent nutzen. "

Wir blicken Sie auf die Auskreisung Hanaus?

"Eine kreisfreie Stadt zu sein, ist für Hanau eigentlich der Normalzustand. Im Laufe der Geschichte waren wir deutlich länger kreisfrei als kreiszugehörig. Wir kommen mehr in Statistiken vor, werden in vielen Programmen von Land, Bund und EU individuell berücksichtigt und haben im Arbeitsmarkt und Sozialbereich mehr Instrumente an der Hand. Auch die finanziellen Möglichkeiten sind jetzt ganz andere. Von daher ist die Kreisfreiheit nicht nur die logische Konsequenz für die Stadt, sondern auch eine enorme Chance für uns. Die Entscheidung war und ist richtig."

Warum sollte der Wähler sich für Sie entscheiden?

"Ich werbe dafür, Oberbürgermeister zu werden – weil ich Verantwortung übernehmen und Hanau gut führen will. Gleichzeitig gilt: Wer sich die Kandidaten anschaut, merkt, Hanau hat keine schlechte Wahl. Mir ist vor allem wichtig, dass möglichst viele am 15. März wählen gehen – und diesen Tag als lokales Fest der Demokratie verstehen."

Wie blicken Sie in zehn Jahren auf die Stadt, wenn Sie Oberbürgermeister wären?

"Das Quartier rund um den Hauptbahnhof ist spürbar weiterentwickelt und aufgewertet – mit einem besseren Erscheinungsbild und mehr Aufenthaltsqualität. wird in einer anderen Form sein. Wir haben ein Juwel in der Stadt, die Kinzig. Sie ist an vielen Stellen noch nicht wirklich erlebbar. Die Kinzig als Naherholung direkt vor der eigenen Haustür wird ein weiterer Punkt sein, in dem wir besser werden. Außerdem ist Hanau eine Sportstadt. Sport soll in zehn Jahren noch mehr ein verbindendes Element für die Stadt werden."

Was geben Sie den Wählern mit auf den Weg für die kommende Wahl?

" Nutzen Sie Ihr Recht und gehen Sie wählen. Sie entscheiden mit, wer der nächste Oberbürgermeister von Hanau wird – und damit auch, wie es in unserer Stadt weitergeht. Mein Appell: Machen Sie von Ihrer Stimme Gebrauch. Und wenn Sie das Miteinander in Hanau stärken wollen, freue ich mich auch über Ihre Stimme." (mp) +++

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