Nachruf
Pädagoge aus Überzeugung: Wolfgang Imhof im Alter von 91 Jahren verstorben
Fotos: privat/Familie Imhof
10.02.2026 / PETERSBERG -
Vor wenigen Tagen am 2. Februar 2026 verstarb der Oberstudienrat a. D. Wolfgang Imhof aus Fulda im Alter von 91 Jahren. In einem Nachruf blickt OSTHESSEN|NEWS auf das Leben und Wirken von Wolfgang Imhof zurück.
Wolfgang Imhof wurde am 5. September 1934 in Fulda als Sohn des Lehrers Joseph Imhof (1901–1980) und Änne Imhof (1906–1986), geb. Leister, geboren. Seine Kindheit verbrachte er die ersten elf Jahre in Wickers.
Von 1946 bis 1954 war er Schüler des Domgymnasiums in Fulda. 1946 bis 1949 wohnte er im Franziskusheim, das heute als Künstler-Atelier des international bekannten Franz Erhardt Walther dient. Wolfgang Imhof spielte als Schüler jeden Morgen in der Nonnenkirche (Abtei zur Heiligen Maria) die Orgel und engagierte sich im Schulchor und -orchester. Nach dem Umzug der Familie im Jahr 1949 von Wickers nach Kerzell, wo Joseph Imhof als Lehrer eine neue Anstellung fand, wurde Wolfgang Imhof Fahrschüler. In Kerzell wirkte er in einer Tanzkapelle, als Organist und Chorleiter. Neben der Musik war das Zeichnen und Malen seine große Leidenschaft. Die Malerei und die Musik nutzte er zur Finanzierung seines Studiums.
1959 und 1960 legte er die Erste und Zweite Staatsprüfung für das Lehramt an beruflichen Schulen ab und erhielt eine Anstellung an der Gewerblichen Berufsschule der Stadt Fulda.
Sein beruflicher Werdegang war geprägt von Verantwortung und Engagement: 1969 wurde er Abteilungsleiter für Bau-, Holz-, Druck-, Farbtechnik und Gestaltung, 1970 Oberstudienrat, 1971 Studiendirektor und 1974 Oberstudiendirektor. In den 1970er Jahren entstand der Neubau der Ferdinand-Braun-Schule, der Technischen Schulen der Stadt Fulda, die er bis zu seinem Ruhestand 1996 leitete. Der Neubau umfasste das Schulgebäude, eine Cafeteria, eine Sporthalle und das Schwimmbad. Unter seiner Leitung entwickelte sich die Schule zu einer der größten und modernsten beruflichen Schulen Hessens mit rund 3.500 Schülern und Studierenden sowie 120 bis 145 Lehrkräften, einschließlich Referendaren und nebenamtlich Lehrern.
Von daher gestaltete Wolfgang Imhof den rasanten technischen und wirtschaftlichen Wandel aktiv mit. Er war maßgeblich beteiligt am Aufbau neuer Schulformen in den Fachrichtungen Maschinenbau, Elektrotechnik,
Bautechnik, chemische Technik sowie Farbtechnik und Gestaltung. 1977 führte er das Technische Gymnasium ein. Bedeutend waren auch die Kooperationen mit dem Deutschen Zentrum für Denkmalpflege in Johannesberg sowie im Bereich Karosseriebau und Fahrzeugtechnik mit der Firma EDAG. Seine fachliche Expertise brachte er zudem als Mitautor eines Fachbuchs für Farbtechnik und Gestaltung im Teubner Verlag ein.
Wolfgang Imhof pflegte einen intensiven Schüler- und Lehreraustausch insbesondere mit der Scuola Ripamonti der Partnerstadt Como.
Nach seinem aktiven Berufsleben engagierte sich Wolfgang Imhof im Michael Imhof Verlag, dem neu gegründeten Verlag seines Sohnes Michael Imhof. Er unterstützte diesen engagiert in kaufmännischen Angelegenheiten, der Logistik, auf Buchmessen, bei Buchvorstellungen und im Lektorat.
Wolfgang Imhof war ein Pädagoge aus Überzeugung, ein Mensch mit feinem Gespür für Bildung und Gestaltung. Er verband fachliche Tiefe mit menschlicher Zugewandtheit und hinterließ bleibende Spuren bei Generationen von Schülerinnen und Schülern, Kolleginnen und Kollegen. (Thomas und Michael Imhof/hhb) +++