Winterspiele in Italien
Italien feiert Olympia-Eröffnung als knallbunte Oper
Foto: Michael Kappeler/dpa
07.02.2026 / MAILAND -
Eine Auftaktshow an vier Orten, zwei olympische Feuer: Noch nie war Olympia so dezentral. Die Winterspiele in Mailand und Cortina d'Ampezzo werden feierlich eröffnet - und typisch italienisch.
Olympia als ganz große Oper: Mit einem Riesenspektakel in buntesten Farben haben in Mailand die 25. Olympischen Winterspiele begonnen. Vor 67.000 Zuschauern liefen Athletinnen und Athleten ins legendäre Fußballstadion San Siro ein. Parallel dazu wurde an gleich drei weiteren Orten gefeiert - in Cortina d'Ampezzo, der zweiten Gastgeberstadt, sowie Predazzo und Livigno. Damit kehren die Winterspiele nach einer Pause von 20 Jahren wieder zurück in die Alpen.
In der Show bot Italien vieles auf, für das es weltweit bekannt ist: Opern-Legenden wie Giuseppe Verdi und Giacomo Puccini als Pappmaché-Figuren, den Kinderbuch-Helden Pinocchio und auch seine Paparazzi. Mehrere Dutzend Models trugen Kostümen in den Nationalfarben, die noch der vergangenes Jahr verstorbene Modemacher Giorgio Armani kreiert hatte.
Erstmals brennen bis zum Ende der Spiele am 22. Februar zwei olympische Feuer - eines am Arco della Pace (Friedensbogen) in der Innenstadt von Mailand und eines auf der Piazza Dibona in Cortina. In dem Nobel-Skiort gab es vor 70 Jahren schon einmal Olympia - der Auftakt für den Aufstieg des Bergdorfs zur «Königin der Dolomiten».
Auftritte von Mariah Carey und Andrea Bocelli
Für die Eröffnung hatten sich 130 der insgesamt 185 deutschen Olympia-Teilnehmer angekündigt. So groß war ein deutsches Team bei Winterspielen noch nie. «Mein Eindruck aus den ersten Tagen in Italien ist, dass unser Team D voller Vorfreude und absolut bereit ist, das Beste aus sich herauszuholen und unsere Sportnation würdig zu vertreten», sagte Thomas Weikert, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes.
Die deutsche Delegation kam als 32. von 92 Teilnehmernationen ins Stadion. Wie oft schon stieß das Team-Outfit - ein übergroßer schwarzer Poncho mit Fischerhut - auf ein geteiltes Echo. Während die Mode unter den Athleten durchaus positiven Anklang fand, meinte Modeschöpfer Harald Glööckler zur Deutschen Presse-Agentur: «Was einem hier geboten wird, ist weder innovativ noch erfrischend neu - geschweige denn ansprechend.»
Begrüßt wurden die Deutschen im San Siro trotzdem mit viel Applaus. Und immerhin waren die deutschen Teilnehmer in Mailand tatsächlich zu sehen: Von vielen Nationen wurde nur das Namensschild ins Stadion getragen - die Athleten waren anderswo.
US-Vize Vance auf der Ehrentribüne
Auf der Tribüne saß neben der neuen IOC-Chefin Kirsty Coventry - Nachfolgerin des Deutschen Thomas Bach an der Spitze des Internationalen Olympischen Komitees - einiges an politischer Prominenz. US-Vizepräsident JD Vance hatte seine Familie und Außenminister Marco Rubio dabei.6.000 zusätzliche Sicherheitskräfte bei Olympia
Vorab gab es Ärger über die Umstände des Besuchs der US-Delegation. Um den Schutz der Offiziellen kümmern sich auch Beamte der US-Einwanderungspolizei ICE, die wegen ihres teils brutalen Vorgehens gegen Migranten in den Vereinigten Staaten in der Kritik steht. Am Eröffnungstag demonstrierten Hunderte in Mailand gegen deren Anwesenheit. Aus Sorge vor Anschlägen und Störaktionen hat Italien während der Spiele mehr als 6.000 zusätzliche Sicherheitskräfte im Einsatz.Die Hoffnung ruht darauf, dass mit der Rückkehr von Winter-Olympia in die Alpen wieder mehr Stimmung aufkommt. Die vorigen Spiele von Sotschi (Russland), Pyeongchang (Südkorea) und Peking (China) hatten in dieser Hinsicht nicht alle Erwartungen erfüllt. 2030 sind die Spiele wieder in den Alpen: in Frankreich. (dpa) +++