Perfide Hacker-Methode

Angriff auf Messengerdienst Signal: Verfassungsschutz warnt vor Phishing

Der Ende-zu-Ende-verschlüsselte Messengerdienst Signal wird von Hackern attackiert
Foto: picture alliance / imageBROKER | Mojahid Mottakin

07.02.2026 / REGION - Der Messengerdienst Signal gilt wegen seiner Ende-zu-Ende-Verschlüsselung als sicheres Kommunikationsmittel. Doch aktuell warnen gleich zwei Bundesämter die Signal-Nutzer vor Hackern. Sowohl der Verfassungsschutz als auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) konstatieren eine Angriffswelle "wahrscheinlich von staatlich gesteuerten Cyber-Akteuren". Das geht aus einem Schreiben an Abgeordnete des Bundestags hervor.



Demnach bekämen besonders sicherheitsrelevante Nutzer gefälschte Chatnachrichten, um auf diese Weise unbemerkt Zugang zu Einzel- und Gruppenchats oder Kontaktlisten der Betroffenen zu bekommen, heißt es in einem gemeinsamen Sicherheitshinweis der Bundesbehörden. Im Fokus der unbekannten Hacker stünden offensichtlich "hochrangige Ziele aus Politik, Militär und Diplomatie sowie Investigativjournalistinnen und -journalisten in Deutschland und Europa", heißt es dort.

Bei den Phishing-Angriffen meldet sich ein vermeintlich offizielles Signal-Support-Team bei dem jeweiligen Nutzer mit einer Sicherheitswarnung. Dieser wird in Englisch darüber informiert, dass sein Signal-Zugang und Konto angeblich gehackt wurden. Deshalb soll der Nutzer seine geheime PIN eingeben und sich damit neu registrieren. In der gefakten Nachricht wird makabererweise noch ausdrücklich davor gewarnt, Fremden seine PIN mitzuteilen, ausgenommen sei nur der vermeintliche Signal-Chat-Bot.

Durch übermittelte Links und QR-Codes soll der Eindruck von Seriosität vermittelt werden. Mit der PIN übernehmen die Hacker dann das komplette Signal-Konto des Nutzers und verlagern es auf eine von ihnen kontrollierte Handynummer. In einer zweiten Variante des Phishings machen sich die Angreifer den Angaben zufolge die Funktion zur Kopplung eines weiteren Handys zunutze. Die Freigabe erfolgt durch das Scannen und Bestätigen eines QR-Codes auf dem Primär-Handy.

Die betroffenen Nutzer merkten meist nicht, dass sich jemand unerlaubt Zugang zu ihren Daten erschlichen habe. Ein erfolgreicher Hackerangriff auf die Signalkonten ermögliche nicht nur die Einsicht in vertrauliche Einzelkommunikation, sondern potenziell auch die Kompromittierung ganzer Netzwerke über Gruppenchats. Die Erkenntnisse ließen sich für "weitergehende nachrichtendienstliche und/oder kriminelle Maßnahmen nutzen", heißt es in der Warnung der beiden Bundesbehörden. (ci)+++

Signal gilt als sicherer Messenger – doch Bundesbehörden warnen nun vor gezielten Hackerangriffen.
Symbolbilder: Pixabay
Gefälschte Support-Nachrichten sollen Nutzer zur Preisgabe ihrer geheimen Signal-PIN verleiten.

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