Liebe hat viele Gesichter

Valentinstag: Warum wir nicht romantisch, sondern auch platonisch feiern sollten

Am 14. Februar wird traditionell der Valentinstag gefeiert.
Symbolbilder: Pixabay

14.02.2026 / KOMMENTAR - Er steht wieder vor der Tür: der Valentinstag. Es ist der eine Tag im Jahr, an dem Liebe scheinbar ein festes Drehbuch hat: Paare, Pralinen, Dates, Blumen, Dinner - Romantik pur also. Warum wird am Tag der Liebenden aber augenscheinlich nur die romantische Liebe zelebriert, wenn platonische Liebe doch genauso wichtig ist?


Der Valentinstag wird traditionell am 14. Februar als "Tag der Liebenden" gefeiert. Er geht auf den heiligen Valentin zurück, wurde 1969 jedoch aus dem kirchlichen Kalender gestrichen. Als Brauch entstand er im 15. Jahrhundert in England, gelangte über die USA nach dem Zweiten Weltkrieg nach Deutschland und wurde hier ab 1950 zunehmend populär. In den Wirtschaftswunderjahren entwickelte sich der 14. Februar auch bei uns zum Tag der Liebenden.

"Liebe hat viele Gesichter"

Die Liebe wird an diesem Tag vor allem im romantischen Zusammenhang gefeiert, was natürlich auch an der kommerziellen Vermarktung liegt. Schon Wochen vorher gibt es überall Blumen, Schokolade und mit "I love you"-bedruckte Stofftiere zu kaufen. Und genau hier liegt der Kern des Problems: Der Tag der Liebenden hat im öffentlichen Raum ein sehr klares Gesicht bekommen - das romantische. Blumenläden, Supermärkte und Online-Shops überbieten sich mit rosaroten Angeboten. Herzen, wohin man blickt. Wer an diesem Tag keine romantische Beziehung vorweisen kann, fühlt sich schnell wie Statist oder Statistin in einem Film, für den man keine Rolle bekommen hat.

Jedoch finde ich einen Leitspruch an jenem Tag besonders wichtig: "Liebe hat viele Gesichter" - diese Redewendung kommt nicht von ungefähr. Sie erinnert daran, dass Zuneigung sich nicht nur in Leidenschaft und Partnerschaft ausdrückt, sondern ebenso in Freundschaft, Fürsorge, familiärer Nähe oder Selbstliebe. Die beste Freundin, die nachts ans Telefon geht. Die Schwester, die immer Rückhalt gibt. Die Kollegin, die zuhört, wenn es schwierig wird. Eltern, Großeltern, Kinder. All das ist Liebe mit mindestens genauso viel Bedeutung.

Warum also nicht den Valentinstag nutzen, um genau diese Formen der Liebe sichtbar zu machen? Eine Nachricht an den besten Freund. Ein spontaner Besuch bei der Oma. Ein ehrliches "Danke, dass es dich gibt" an jemanden, der sonst selten im Mittelpunkt steht. Platonische Liebe ist kein Trostpreis, sie ist ein Fundament unseres sozialen Lebens.

Mehr als nur ein Tag im Jahr

Und noch ein Gedanke: Ein Strauß Blumen an einem Tag im Jahr ersetzt kein aufrichtiges Interesse im Alltag. Ein Restaurantbesuch gleicht keine fehlende Aufmerksamkeit aus. Liebe lebt von Kontinuität. Das heißt nicht, dass der Valentinstag nicht gefeiert gehört. Wer ihn romantisch feiern möchte, der sollte das definitiv tun. Es ist schön, auch mal aus dem Alltag auszubrechen. Liebe ist jedoch kein exklusives Ereignis für Paare und kein Konsumgut, das am 14. Februar Hochsaison hat. Sie ist im besten Fall alltäglich, vielschichtig und oft leise.

Vielleicht ist der Valentinstag also weniger ein Pflichttermin für Verliebte, sondern vielmehr eine Erinnerung daran, wie vielfältig und wertvoll menschliche Nähe ist. In diesem Jahr fällt der 14. Februar zudem genau auf den Karnevalssamstag. Wir fragen uns deshalb: Feiern Sie in diesem Jahr überhaupt den Valentinstag? Stimmen Sie dafür hier gerne ab. (Emely Schrön) +++




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