Verdienter Karrieresprung

Dr. Christine Seban ist jetzt stellvertretende Leiterin der Staatsanwaltschaft

Urkundenübergabe am Landgericht Fulda: (v.l.) Lea Schwarz, Stephan Müller-Odenwald, Lars Streiberger, Tanja Eichner und Dr. Christine Seban
Fotos: Marvin Myketin

07.02.2026 / FULDA - Eine weitere Sprosse auf ihrer Karriereleiter hat die Fuldaer Oberstaatsanwältin Dr. Christine Seban (47) jetzt erklommen: Am Freitagvormittag überreichte ihr Justizstaatssekretärin Tanja Eichner (CDU) die Urkunde, mit der sie zur stellvertretenden Leiterin der Staatsanwaltschaft Fulda avancierte.

Die 47-Jährige stammt aus Fulda, hat am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium ihr Abitur gemacht und anschließend in Würzburg Rechtswissenschaften und Europäisches Recht studiert. Ihre Referendariate absolvierte sie im Landgerichtsbezirk Gießen und Fulda. 2006 legte sie ihr zweites juristisches Staatsexamen in Hessen ab und wurde im selben Jahr Richterin auf Probe. 2010 wechselte sie zur Staatsanwaltschaft Fulda und wurde auf Lebenszeit verbeamtet.

Nebenher schloss sie ihre Promotion zum Thema "Das Beschleunigungsgebot in Haftsachen und sonstigen Strafverfahren und die Kompensation rechtsstaatswidriger Verfahrensverzögerungen" erfolgreich ab. Von 2012 bis 2015 war Dr. Seban als wissenschaftliche Mitarbeiterin an das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe abgeordnet worden. 2018 wechselte sie vorübergehend an die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt /Main.

Seit Oktober 2015 ist Dr. Christine Seban als Staatsanwältin, seit 2021 als Oberstaatsanwältin am Landgericht Fulda hauptsächlich mit Kapitaldelikten befasst. Zur Zeit vertritt sie die Anklagebehörde im Richelsdorfer Doppelmord-Prozess.


Bei der Urkundenübergabe an Frau Dr. Seban gratulierten außer Staatssekretärin Eichner auch ihr Vorgesetzter und Leiter der Fuldaer Staatsanwaltschaft, Leitender Oberstaatsanwalt Lars Streiberger, und ihr ehemaliger Ausbilder, Staatsanwalt Stephan Müller-Odenwald.

Stellenzuwachs bei der Staatsanwaltschaft Fulda und "AssessorBrücke"

Staatssekretärin Tanja Eichner begrüßte während ihres Fuldabesuchs im Landgericht auch die angehende Staatsanwältin Lea Schwarz und befragte sie nach ihrem Berufseinstieg in Fulda. Sie ist Nutznießerin der sogenannten AssessorBrücke, die 2023 vom hessischen Justizministerium entwickelt wurde. Damit erhalten seit Anfang 2023 angehende Richterinnen und Richter sowie Staatsanwältinnen und Staatsanwälte die Möglichkeit, die Zeit nach dem Zweiten Juristischen Staatsexamen bis zur Ernennung ins Richterverhältnis auf Probe zu überbrücken. So werden die Volljuristinnen und -juristen für die Dauer ihres Bewerbungsverfahrens bereits mit einem befristeten Arbeitsvertrag als wissenschaftliche Mitarbeiterin oder wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Land Hessen eingestellt, welcher dann automatisch mit der Ernennung als Richterin oder Richter bzw. Staatsanwältin oder Staatsanwalt endet.

Die Bewerber sind so bereits während ihres Bewerbungsverfahrens in der hessischen Justiz tätig und unterstützen ihre zukünftigen Kolleginnen und Kollegen vor Ort bei ihrer täglichen Arbeit. Sie sammeln damit zugleich Berufserfahrung für die spätere Tätigkeit bei Gericht bzw. der Staatsanwaltschaft und lernen die hessische Justiz als Arbeitgeber aus nächster Nähe kennen. Die "AssessorBrücke" erfreut sich enormer Beliebtheit. Nach nur gut zweijährigem Bestehen des Modells konnte im März dieses Jahres bereits der 100. Brückenassessor beim Land eingestellt werden.

"Die im letzten Jahr durchgeführte Evaluation der ‚AssessorBrücke‘ hat bereits gezeigt, was auch die hohen Einstellungszahlen belegen: Die ‚AssessorBrücke‘ wird gleichermaßen von den Assessorinnen und Assessoren sowie Dienststellen als absolut gewinnbringend bewertet. So gelingt ein sanfter, aber auch effektiver Berufseinstieg unserer juristischen Nachwuchskräfte", erklärt Justizstaatssekretärin Tanja Eichner.

Die Staatssekretärin begrüßte auch den Stellenzuwachs bei der Staatsanwaltschaft Fulda. Vor rund einem Jahr hatte Hessens Justizminister Christian Heinz (CDU) verkündet, dass die Landesregierung die hessischen Staatsanwaltschaften mit 100 zusätzlichen Stellen verstärken wird und wie sie verteilt werden. Die Staatsanwaltschaft Fulda profitiert dadurch und erhielt zwei zusätzliche Staatsanwälte (2,5 Stellen). Mit Blick darauf, dass die StA Fulda insgesamt eine Einheit von 20 Staatsanwältinnen und Staatsanwälten ist, bedeutet die Zuweisung eine Verstärkung um mehr als 10 Prozent. (ci) +++

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