Heftige Kritik aus den eigenen Reihen

CDU-Wirtschaftsrat fordert: Zahnarztbesuche künftig selbst zahlen

Zahnarztbesuche künftig selbst zahlen? Das fordert zumindest der Wirtschaftsrat der CDU
Symbolbild: Pixabay

03.02.2026 / REGION - Der Vorschlag des CDU-Wirtschaftsrates sorgt für empörte Reaktionen: Wer zum Zahnarzt muss, soll die Versorgung künftig selbst bezahlen. Selbst aus der CDU kommt nun heftige Kritik. Von der SPD wurden die Vorschläge als "Eiszeit pur" zurückgewiesen.


In dem Papier "Agenda für die Arbeitnehmer in Deutschland" fordert der CDU-Wirtschaftsrat weniger Sozialversicherungsleistungen. Darin heißt es, dass sich in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) Verschiedenes "generell gut privat absichern" lasse. Darunter auch Zahnarztbehandlungen, die "nicht länger im Umlageverfahren den Beitragszahlern zur Last fallen" sollen.

Dieser Vorschlag sorgt nun für heftige Reaktionen. Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) macht laut Medienberichten deutlich: "Die Forderung, Zahnbehandlungen aus dem Leistungskatalog der GKV zu streichen, wird nicht umgesetzt. Das schließe ich aus, denn es wäre eine Abkehr des Kerngedankens unseres Solidarsystems und widerspricht dem Ziel, Prävention zu stärken."

Und auch Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) macht klar: "Wir brauchen einen Respekt vor Leistung und keine neue soziale Kälte. Die CDU war immer die Partei, die Leistung honoriert und nicht ignoriert. Dabei sprechen wir von Leistung im umfassenden Sinne: Arbeitsleistung, Erziehungsleistung, Lebensleistung, unternehmerische Leistung und auch Integrationsleistung."

Und weiter erklärt der hessische Unions-Chef: "Die Vorschläge von MIT und Wirtschaftsrat zu Einschränkungen bei Teilzeit und Gesundheitsleistungen wie Zahnarztbehandlungen entsprechen nicht meiner Vorstellung von sozialer Gerechtigkeit." Es brauche hingegen mehr Anreize für diejenigen, die sich einbringen wollen. Und "mehr Sanktionen für diejenigen, die das verweigern, und Hilfe für alle, die das nicht können. Leistungseinschnitte für Leistungsträger lehne ich klar ab", konstatiert Rhein abschließend. (Moritz Pappert) +++

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU)\r\n\r\n
Foto: ON Archiv/ Andreas Bejm
Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU)
Foto: ON Archiv/ Carina Jirsch

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