Bundeswehrangehörige als Helfer

Verbindungen nach Bad Hersfeld! Russische Spionin festgenommen

Die mutmaßliche Spionin soll sensible Informationen über Rüstungsprojekte und politische Veranstaltungen an Russland weitergegeben haben.
Symbolbild: Linkedin

03.02.2026 / REGION - Die Sicherheitsbehörden in Deutschland haben eine mutmaßliche Spionin festgenommen, die nach Angaben der Bundesanwaltschaft für Russland tätig gewesen sein soll. Die 56-jährige Deutsch-Ukrainerin Ilona W. sitzt in Untersuchungshaft, nachdem ein Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs einen Haftbefehl gegen sie vollstrecken ließ. Die Ermittlungen führten auch zu Hausdurchsuchungen bei zwei weiteren Beschuldigten, die nach Angaben von dpa ehemalige Angehörige der Bundeswehr sind.



Die Frau soll nach Erkenntnissen der Behörden seit November 2023 für einen russischen Geheimdienst tätig gewesen sein. Dabei habe sie gezielt Informationen über den Ukraine-Krieg gesammelt. Sie soll ihrem Kontaktmann Hintergrundinformationen über Teilnehmer hochkarätiger politischer Veranstaltungen verschafft haben und sich über Standorte der Rüstungsindustrie, Drohnentests und geplante Lieferungen von Drohnen an die Ukraine erkundigt haben. Ilona W. soll die Informationen teilweise von ehemaligen Bundeswehrangehörigen erhalten haben, mit denen sie persönlich bekannt war.

Steht die Verdächtige in Verbindung mit der Bundeswehr?

Ein besonders brisanter Aspekt: Die Verdächtige war offenbar auf offiziellen Bundeswehrveranstaltungen anwesend. So soll sie unter anderem beim Feierlichen Gelöbnis 2022 als geladene Gäste neben Soldaten fotografiert worden sein. Die Ermittler prüfen nun, wie tief die ehemaligen Bundeswehrangehörigen in die Spionagetätigkeit verwickelt waren. Einer der beiden Männer war zuletzt beim Wehrtechnischen Dienst tätig, einer Einrichtung des Verteidigungsministeriums, die unter anderem Drohnen auf ihre Tauglichkeit prüft.

Aus Bad Hersfeld heraus agiert?

Die Deutsch-Ukrainerin ist seit Jahren Vorsitzende des Vereins "Bundesvereinigung binationaler Gesellschaften e.V.", der sich offiziell für Völkerverständigung und Städtepartnerschaften engagiert. Laut Lobbyregister ist sie seit der Gründung 2016 ununterbrochen im Vorstand tätig. Der Verein war ursprünglich in Bad Hersfeld ansässig und wurde 2018 nach Berlin verlegt.

Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren

Neben Ilona W. und den beiden ehemaligen Soldaten befinden sich im Kuratorium des Vereins weitere Personen mit engen Verbindungen zu deutsch-russischen Dialogplattformen. Die Bundesanwaltschaft untersucht, ob die mutmaßlichen Helfer wissentlich geheime Informationen weitergegeben haben. Bisher bestehen gegen die beiden Männer nur Anfangsverdachtsmomente.

Die Ermittlungen basieren auf Hinweisen des Bundesamtes für Verfassungsschutz, des Militärischen Abschirmdienstes und des Geheimdienstes des Verteidigungsministeriums. Im Zuge der Ermittlungen wurde zudem ein Mitglied der russischen Botschaft in Berlin ausgewiesen, der als Führungsoffizier der mutmaßlichen Spionin gilt.

Die Bundesanwaltschaft prüft nun die weiteren Schritte. Sollte sich der Verdacht bestätigen, drohen der Deutsch-Ukrainerin und den mutmaßlichen Helfern schwere Strafverfahren wegen Spionage und Beihilfe. (Constantin von Butler) +++

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