Schicksalsabend im Stadtschloss

Richtungsweisende Sitzung: Bürgermeisterwahl, Goodyear-Areal und MVZ

Dag Wehner will Bürgermeister von Fulda bleiben und im Juli 2026 seine dritte Amtszeit antreten.
Archivbild: O|N / Hendrik Urbin

02.02.2026 / FULDA - Im Fürstensaal des Fuldaer Stadtschlosses fällt am Montagabend eine ganze Reihe von Entscheidungen, die die Stadt langfristig prägen werden. Bürgermeisterwahl, Haushalt, Zukunft des Goodyear-Areals und die medizinische Versorgung stehen im Fokus der Stadtverordnetenversammlung. Es ist die letzte Sitzung vor der Kommunalwahl im März - und sie könnte richtungsweisender kaum sein.



Wenn sich die Stadtverordnetenversammlung am Montag um 18:00 Uhr im Fürstensaal des Stadtschlosses trifft, ist die politische Tragweite dieser Sitzung kaum zu übersehen. Es ist die letzte Zusammenkunft des Gremiums vor der Kommunalwahl am 15. März - und die Tagesordnung ist prall gefüllt. Mehrere Punkte betreffen zentrale Weichenstellungen für die kommenden Jahre.

Bürgermeisterwahl: Entscheidung über die Zukunft an der Verwaltungsspitze

Gleich zu Beginn steht einer der wichtigsten Tagesordnungspunkte an: die Wahl des Bürgermeisters der Stadt Fulda. Anders als in vielen anderen Kommunen wird der Bürgermeister in Fulda nicht direkt von den Bürgern gewählt, sondern von der Stadtverordnetenversammlung.

Zur Wahl steht Dag Wehner (CDU), der das Amt seit dem 1. Juli 2014 innehat. Sollte er erneut gewählt werden, würde er im Juli 2026 in seine dritte Amtszeit starten. Wehner ist derzeit Leiter des Dezernats II, zu dem unter anderem Öffentliche Sicherheit und Ordnung, Schulen, Jugend, Soziales und Senioren gehören. Die Wahl erfolgt inklusive Einführung und Verpflichtung noch in derselben Sitzung.

Haushalt 2026: Zahlenwerk mit Signalwirkung

Von großer Bedeutung ist der Haushaltsplan 2026. Mit dem Haushaltssatzungsergänzungsbeschluss setzt die Stadtverordnetenversammlung finanzpolitische Leitplanken für das kommende Jahr. In Zeiten steigender Kosten, hoher Investitionsbedarfe und angespannter kommunaler Haushalte kommt diesem Beschluss eine besondere Bedeutung zu. Der Haushalt gilt als Gradmesser dafür, welche Projekte priorisiert werden.

Goodyear-Areal: Stadt sichert sich Handlungsspielraum

Ein weiterer Schwerpunkt der Sitzung liegt auf dem ehemaligen Goodyear-Gelände an der Künzeller Straße. Nach der Schließung des traditionsreichen Werks und dem Verlust von 1.050 Arbeitsplätzen steht die Frage der künftigen Nutzung weiter im Mittelpunkt.

Die Stadtverordnetenversammlung soll über die Übertragung von Zuständigkeiten für Grundstücksangelegenheiten im Bereich der Vorkaufssatzung "Entwicklung Gewerbeflächen Künzeller Straße" entscheiden. Zudem geht es um die Gründung einer GmbH, mit der die Stadt Fulda im Bedarfsfall ihr Vorkaufsrecht für das Areal ausüben könnte. Ziel bleibt es, eine gewerbliche oder industrielle Nachnutzung zu ermöglichen und neue Arbeitsplätze zu schaffen.

Medizinisches Versorgungszentrum: Antwort auf den Ärztemangel

Auch die medizinische Versorgung steht auf der Tagesordnung. Geplant ist die Gründung eines medizinischen Versorgungszentrums in Form einer Tochtergesellschaft der Klinikum Fulda gAG und der Herz-Jesu-Krankenhaus Fulda gGmbH. Damit soll die ambulante ärztliche Versorgung in der Stadt langfristig gesichert und gestärkt werden - ein Thema, das angesichts des zunehmenden Ärztemangels an Bedeutung gewinnt.

Weitere Themen von Stadtentwicklung bis Bürgschaften

Darüber hinaus befassen sich die Stadtverordneten mit zahlreichen weiteren Punkten: von Bebauungsplänen und Flächennutzungsänderungen über Städtebauförderprogramme bis hin zu Bürgschaften für Wohn- und Sozialprojekte. Auch eine Aktuelle Stunde sowie Anfragen und Anträge stehen auf dem Programm.

Klar ist: Der Montagabend im Stadtschloss wird lang - und für Fulda wegweisend. OSTHESSEN|NEWS begleitet die Sitzung umfassend und berichtet im Laufe des Abends über die Entscheidungen der Stadtverordnetenversammlung. (Constantin von Butler) +++

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