Hoherodskopf: Ski und Rodel gut
Ein Genuss für Mensch und Tier: "Schnee is schee"
Marco und Friederike kommen aus Frankfurt immer wieder gerne mit ihren Kindern Inga und Arno zum Hoherodskopf
Fotos: goa
01.02.2026 / SCHOTTEN -
Einmal mehr verwandelte sich der Hoherodskopf zu einem Winterwunderland. Insider wissen: wer irgendwie kann, sucht bereits am Samstag das Schneeparadies auf, bevor am Sonntag die ganz großen Besuchermassen kommen.
Und es hatte sich am Samstag gelohnt: der Hochnebel lichtete sich gegen Mittag, die Sonne setzte sich durch und verwöhnte Alt und Jung, Spaziergänger, Ski- und Schlittenfahrer und natürlich auch etliche Vierbeiner mit tollen Bedingungen.
Und punktgenau hatte am Morgen auch der Liftbetrieb Wiegand in der Ski- und Rodelarena wieder eingesetzt. Am Rande waren Bergwacht und Rettungsdienst mit Blaulicht im Einsatz – allerdings quasi in eigener Sache.
Welch ein tolles Gebiet – es ist einfach für ALLE paradiesisch, und dementsprechend blickt man in glückliche Gesichter, wohin man schaut. Skilangläufer sind schon länger im Gebiet um den Taufstein unterwegs, augenzwinkernd wegen seiner relativen Schneesicherheit "Taufsteingletscher" genannt (die "Schattenseite" des Hoherodskopfes), ergaben sich aus den Schneeniederschlägen nun auch für die Abfahrer, Snowboarder und Rodler hervorragende Bedingungen. Mengenmäßig dürften die Nordischen noch die Überhand haben – der große Parkplatz Richtung Taufstein-Loipenhaus war schon früh knackevoll, während es rund um den Sendeturm und den Zufahrtsstraßen noch Kapazitäten gab. Bemerkenswert, wie viele Wintersportfreunde und Schneegenießer aus dem Rhein-Main-Gebiet in den Vogelsberg kommen und die Umgebung auf sich wirken lassen.
Erwin Mengel, der 84jährige Ehrenvorsitzende und Urgestein des TGV Schotten, strahlt im Gespräch mit ON neben dem Loipenhaus über das ganze Gesicht. Bis 2019 betrieb er im Seniorenbereich selbst Leistungssport-orientierten Skilanglauf, einst sogar Skispringen. Auf der Sprungschanze in Bermuthshain stellte er den "ewigen" Schanzenrekord auf – die Schanze ist heute ruinenhafte Kulisse. 2005 holte er bei der Senioren-Weltmeisterschaft in Moskau die Silbermedaille. Wenn so einer von idealen Bedingungen schwärmt, dann sind diese einfach Fakt: "Es könnte derzeit nicht besser sein, sämtliche Loipen um den Taufstein und den Grebenhainer Berg herum sind durch die hervorragende Kooperation zwischen dem Naturpark und dem TGV gespurt und bestens präpariert. Erstmals seit einigen Jahren sind auch die Loipen um Bermuthshain wieder gespurt. Wir werden wegen der Lage des Taufsteingletschers und dem perfekt verdichteten Schnee selbst bei Tauwetter definitiv noch mindestens drei Wochen Skilanglauf genießen können." Man darf seine Prognose als gesichert ansehen!
Carel Schmidt ist gerade in doppelter Mission am Hoherodskopf zugange: als Bereitschaftsleiter der Bergwacht Schotten und als ebensolcher des Rettungsdienstes Mittelhessen. Ein gutes Dutzend seiner Einsatzkräfte aus beiden Einheiten tummeln sich in seiner Nähe, der kettengetriebene Rettungsschlitten mit Liege-Anhänger sowie ein Rettungswagen aus Schotten geben mit den Rettern ein geschäftiges Bild ab – doch die anfängliche Sorge des Berichterstatters, es sei ein Echteinsatz, zerschlägt sich beim Blick in die bestens gelaunten Gesichter schnell. "Wir machen hier ein Fotoshooting im Rahmen einer Imagekampagne, um die Zusammenarbeit zwischen hauptamtlichem Rettungsdienst und der ehrenamtlichen Bergwacht darzustellen. Wir können immer neue Mitglieder für die Bergwacht gebrauchen, aber auch Mitarbeiter für den Rettungsdienst." Unvermittelt geht es im Hintergrund rund: unabhängig von der Imagekampagne raufen eine Handvoll Männer im Schnee. Ein Bild für die Götter: Bergwachtler und Rettungsdienstler balgen sich wie Kinder, Schnee fliegt durch die Luft.
Ähnlich ausgelassen tobt auch der 18 Monate alte Golden-Retriever Charlie durch den Schnee, als gäbe es kein Morgen mehr. Labrador Sunny ist mit seinen acht Jahren deutlich gechillter und trottet ganz gemütlich neben Susanne und Claudio aus Bad Vilbel her. Klarer Fall: den Schnee genießen nicht nur Menschen auf ihre ganz unterschiedliche Weise.
Sichtlich Spaß an seiner Arbeit hat auch Skilift-Betriebsleiter Johann Kreismann, der am Ende der Zugstrecke über den sicheren Liftbetrieb wacht. "Die Leute haben viel Spaß, der Schnee ist super und das Wetter passt perfekt – was will man mehr?" Schneehungrigen sei für den Sonntag der Tipp gegeben, sich möglichst früh auf den Weg zu machen. So entspannt wie am Samstag wird die Parksituation am Sonntag garantiert nicht. (goa) +++