Standorte in Hessen betroffen!
Bosch rutscht tief in die Krise: Gewinne brechen ein, Stellenabbau belastet
Foto: Jörg Blobelt/wikimedia
30.01.2026 / REGION -
Der Technologiekonzern Bosch erlebt eines der schwierigsten Geschäftsjahre seit Langem. Trotz eines leicht gestiegenen Umsatzes ist der Gewinn 2025 deutlich eingebrochen. Nach vorläufigen Zahlen sank das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern um mehr als 45 Prozent auf rund 1,7 Milliarden Euro. Damit liegt Bosch so niedrig wie seit vielen Jahren nicht mehr - selbst im Corona-Jahr 2020 hatte der Konzern noch ein besseres Ergebnis erzielt.
Der Umsatz stieg zwar auf 91 Milliarden Euro, konnte den Gewinneinbruch jedoch nicht annähernd ausgleichen - auch in Hessen schlagen die Alarmglocken.
Chef: "Ein schmerzhaftes Jahr"
Konzernchef Stefan Hartung sprach offen über die angespannte Lage. "Die wirtschaftliche Realität spiegelt sich auch in unseren Ergebnissen wider. 2025 war ein schwieriges, teils auch schmerzhaftes Jahr für Bosch", sagte Hartung gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Die eigenen Ziele habe das Unternehmen klar verfehlt. Als Gründe nannte er unter anderem die schwache Weltkonjunktur, geopolitische Unsicherheiten und neue US-Zölle.Fehlende Wettbewerbsfähigkeit führt zum Stellenabbau!
Besonders bemerkenswert ist die selbstkritische Einschätzung des Konzerns. Bosch räumt ein, in mehreren Geschäftsfeldern derzeit nicht ausreichend wettbewerbsfähig zu sein. Der Anspruch, in den Kernmärkten zu den drei führenden Anbietern zu gehören, werde aktuell nicht erfüllt. Diese Entwicklung hat direkte Folgen für die Belegschaft. Investitionen trotz Kündigungen
Gleichzeitig investiert Bosch weiterhin Milliarden in Zukunftsfelder wie Elektromobilität, Software, Wasserstofftechnologie und Halbleiter. Doch diese Bereiche liefern bislang kaum Erträge. Finanzchef Markus Forschner betonte, dass die neuen Geschäftsfelder erheblich vorfinanziert werden müssten, während die Nachfrage langsamer wachse als erwartet. Eine schnelle Erholung ist daher nicht in Sicht. Für 2026 rechnet Bosch nicht mit einer Entspannung, die Zielrendite von sieben Prozent gilt frühestens ab 2027 als erreichbar. (Constantin von Butler) +++