Keiner weiß Bescheid

Plötzlich weg! Blitzer an der B254 verschwunden - und wo noch?

Blitzer weg in Wartenberg! Top oder Flop?
Collage: O|N

31.01.2026 / WARTENBERG - Wer kürzlich auf der B254 in Richtung Lauterbach (Vogelsberkreis) unterwegs war, dem ist es bestimmt schon aufgefallen: Die Blitzersäulen am Ortseingang von Landenhausen und am Ortsausgang von Angersbach sind spurlos verschwunden. Bedeutet das jetzt etwa freie Fahrt ohne Tempolimit?



Definitiv nicht! Auf Nachfrage bei Wartenbergs Bürgermeister Dr. Olaf Dahlmann (SPD) wird klar, wie es weitergeht. Neue Säulen sind seiner Aussage nach vorerst nicht geplant. Hintergrund ist eine seit September 2025 geltende Rechtsänderung, durch die die bisherigen Anlagen nicht mehr rechtskonform betrieben werden können. Das Hessische Verkehrsministerium hatte dazu einen entsprechenden Erlass veröffentlicht. Da die bestehenden Verträge ohnehin vor einer Entscheidung über Kündigung oder Verlängerung standen, entschied sich die Gemeinde Wartenberg für die Beendigung und ließ die Radarfallen abbauen.

Unklare Vorgaben und offene Fragen zum Erlass

Der besagte Erlass des Verkehrsministeriums ist offenbar äußerst brisant: Was Wartenberg in unserer Region als erste Kommune so zügig umgesetzt hat, könnte auch in vielen anderen Gemeinden notwendig sein. Eine aktuelle Auskunft darüber, nach welchen Kriterien denn beurteilt wird, ob eine solche Anlage zulässig ist oder aber entfernt oder ersetzt werden muss, haben wir bisher vergeblich angefragt.

Ein Verweis zu dieser Regelung auf den hessischen Städte- und Gemeindebund (HSGB) ging fehl: Dieser meint, das sei Sache der Kommunen. Was genau die neue Vorschrift besagt, ist unklar.

Abstimmung mit Ministerium

Die Auskunft des HSGB lautet: "Im September wurde der Erlass zur Verkehrsüberwachung durch örtliche Ordnungsbehörden im GVBl I Hessen neu veröffentlicht. Hinsichtlich der Auslegung dieses Erlassen finden derzeit noch Abstimmungen mit dem zuständigen Ministerium statt. Der Erlass rückt die Überwachung besonders kritischer Stellen in den Fokus der Verkehrsüberwachung und stellt erneut klar, dass für die Errichtung und den Betrieb von ortsstationären Geschwindigkeitsmessanlagen eine Zustimmung der HÖMS (Hochschule für öffentliches Management und Sicherheit Hessen) erforderlich ist."

In Wartenberg ist man der Zeit offenbar voraus, doch der blitzerlose Zustand soll nicht von Dauer sein: "Wir arbeiten an einer Lösung, um die Geschwindigkeit in den Ortschaften weiterhin kontrollieren zu können", betont der Rathauschef gegenüber OSTHESSEN|NEWS. Bis dahin gilt aber unverändert: Das Tempolimit von 50 Stundenkilometern ist weiterhin einzuhalten. (js)+++

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