Die Konstante im Schloss
Bürgermeister Dag Wehner (CDU) steht vor 3. Amtszeit: "Haben viel erreicht!"
Bürgermeister Dag Wehner (CDU) steht am Montag vor der Wiederwahl zu seiner 3. Amtszeit.
Fotos: Hendrik Urbin
02.02.2026 / FULDA -
Er will die dritte Amtszeit - nicht weil er muss, sondern weil er aus Überzeugung nochmal will. Seit dem Jahr 2014 ist Dag Wehner (58, CDU) Bürgermeister der Stadt Fulda. Gemeinsam mit Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) und Stadtbaurat Daniel Schreiner (parteilos) bildet der gebürtige Kalbacher den hauptamtlichen Magistrat der 70.000 Einwohner Barockstadt. Am Montag steht die Wiederwahl in der Stadtverordnetenversammlung an. Heißt: Nicht die Bürger wählen, sondern die 59 Abgeordneten.
Wehner gilt als Konstante im Schloss. Er ist konservativ und über die Fraktionsgrenzen hinweg anerkannt, denn auf sein Wort ist Verlass. Fairness sei ihm wichtig. Der Verwaltungsfachmann führt das Dezernat II mit den Ämtern Recht und Ordnung, Straßenverkehr und Parken, Schule und Sport sowie Jugend, Familie und Senioren. Zudem ist er stellvertretender Aufsichtsratschef im Klinikum Fulda. "Mein Amt ist ein Gemischtwarenladen", schmunzelt der Politiker, der aber genau um die hohe Verantwortung des Postens weiß. "Die Vielfalt in der Aufgabe. Das ist der Reiz am Amt des Bürgermeisters", sagt der 58-Jährige im Gespräch mit OSTHESSSEN|NEWS und spricht von "einem der schönsten politischen Ämter".
In die zweite Amtszeit fiel vor allem die Corona-Pandemie. "Eine Krise mit allen Herausforderungen", betont Wehner. "Wenn donnerstags die Ministerpräsidenten-Konferenz mit dem Bundeskanzleramt getagt hat, kamen in der Nacht zum Freitag dann die Beschlüsse, die von den Ländern tagsüber in Gesetze gegossen wurden und ab montags umgesetzt sein mussten. Das fiel in meine direkte Zuständigkeit für die Stadt Fulda - das war schon eine spannende Zeit."
Fokus auf Kinder und Bildung: "Hier haben wir politisch viel erreicht."
Die Themen Kinder und Bildung liegen dem zweifachen Familienvater besonders am Herzen. "In diesen Bereichen ist viel passiert", sagt Wehner und berichtet von besten Voraussetzungen. "Hier haben wir politisch viel erreicht." Zwischen 2020 und 2025 seien 74 Mio. Euro in Schulen investiert worden, über 20,5 Mio. Euro in Kindertagesstätten. "Während es bundesweit zu wenige Betreuungsplätze gibt und Einrichtungen zusammenbrechen, sind wir in Fulda in der komfortablen Lage, jeder Familie und jedem Kind einen Betreuungsplatz anbieten zu können." Der Bürgermeister wertet das als Erfolg kontinuierlicher Politik.
Die Stadtverwaltung mit rund 1.700 Mitarbeitern sei modern und zukunftsfähig aufgestellt. "Wir sind Service-Dienstleister für unsere Bürger und keineswegs anonym. Die Nähe, die Erreichbarkeit für Menschen hat das Klima deutlich verändert", so Wehner, der auch eine Zeitenwende in der Kommunalpolitik spürt. "Krise ist das falsche Wort, es sind Herausforderungen", betont der Christdemokrat. "Wir erleben aktuell Finanzierungsthemen, die spürbar und teilweise auch dramatisch sind. Damit müssen wir umgehen und deshalb braucht es Politiker mit Erfahrung, Verlässlichkeit und Besonnenheit."
Dienstältester Bürgermeister im Landkreis Fulda
Wenn in der letzen Stadtverordnetenversammlug vor der Kommunalwahl am 15. März alles glatt läuft, ist der Weg für Wehners dritte Amtszeit ab 1. Juli 2026 frei. "Ich würde mich freuen, wenn es nochmal sechs Jahre weitergeht", sagt der Amtsinhaber zu O|N - und er ist voller Tatendrang: "Es ist noch viel zu tun und die Mehrheit im Parlament möchte, dass ich weitermache. Die Stelle wurde deshalb auch nicht öffentlich ausgeschrieben." Übrigens: Dag Wehner ist nun dienstältester Bürgermeister im Landkreis Fulda, denn bevor er das Amt in Fulda angetreten ist, war er seit 2007 bereits Rathauschef in seiner Heimatgemeinde Kalbach. (Christian P. Stadtfeld) +++