Der Stadtpfarrer bei O|N
Stefan Buß: "Schifoan – Unterwegs mit Gott"
Archivfotos: O|N/ Carina Jirsch
07.02.2026 / FULDA -
1. Schifoan heißt: Aufbrechen
Bevor man auf der Piste geht, braucht es Vorbereitung. Man packt zusammen, richtet die Ausrüstung her, prüft, ob alles passt. Und dann fährt man los — hinaus aus dem Alltag, hinein ins Ungewisse.
2. Schifoan heißt: Balance halten
Auch im Leben brauchen wir diese Balance: zwischen Arbeit und Ruhe, zwischen Verantwortung und Freiheit, zwischen Vertrauen auf Gott und unserem eigenen Handeln. Der Glaube hilft uns, dieses Gleichgewicht zu finden. Gott ist wie der sichere Untergrund unter unseren Schiern — wir sehen ihn nicht immer, aber er trägt uns.
Jeder, der schon einmal auf Skiern gestanden ist, weiß: Man fällt. Man rutscht aus. Man landet im Schnee. Manchmal lacht man darüber, manchmal tut es weh.
Auch unser Leben kennt solche Stürze. Fehler, Scheitern, Schuld, Verletzungen. Aber Gott ist keiner, der sagt: "Jetzt bleib liegen." Er ist der, der sagt: "Steh auf. Ich bin da. Fahr weiter." Vergebung ist wie der Moment, in dem jemand anhält, dir aufhilft und sagt: "Komm, es geht weiter."
4. Schifoan heißt: Nicht allein unterwegs sein
Am schönsten ist es, gemeinsam zu fahren. Aufeinander warten. Sich Mut machen. Aufeinander achten. Gemeinsam einkehren.
So ist auch Kirche gedacht: nicht als Verein von Perfekten, sondern als Gemeinschaft von Menschen, die miteinander unterwegs sind — mit all ihren Stärken und Schwächen.
Schifoan erinnert uns: Das Leben ist ein Weg. Mal steil, mal flach, mal sonnig, mal neblig. Aber wir sind nicht allein unterwegs. Gott fährt mit uns. Er kennt den Weg. Er trägt uns. Er wartet auf uns, wenn wir stürzen.
Und so dürfen wir sagen: Schifoan ist vielleicht das Leiwandste, was man sich vorstellen kann — aber noch leiwander ist es, zu wissen: Gott ist mit uns unterwegs. (Stefan Buß)+++