Linux Workshop für alle Interessierten

Sind wir zu abhängig von den globalen Tech-Giganten? "DI. DAY" als Lösung?

Sind wir zu abhängig von den globalen Tech-Giganten?
Symbolfoto: O|N

02.02.2026 / FULDA - Digitale Unabhängigkeit stand am Sonntag in Fulda im Mittelpunkt. Im Rahmen des bundesweiten Digital Independence Day (DI.DAY) beschäftigten sich Teilnehmende bei einem Workshop des Magrathea Laboratories e.V., Chaos Computer Club Fulda, mit der Frage, wie abhängig Nutzerinnen und Nutzer im digitalen Alltag tatsächlich von wenigen großen Technologiekonzernen sind - und welche Alternativen es gibt.



Viele digitale Dienste liegen heute in der Hand weniger Anbieter. Betriebssysteme, Kommunikationsplattformen oder Office-Software bestimmen maßgeblich, wie Menschen arbeiten, kommunizieren und Informationen speichern. Der Digital Independence Day greift diese Entwicklung auf und will dazu anregen, gewohnte digitale Strukturen zu hinterfragen. "Wir rufen die Leute am ersten Sonntag des Monats dazu auf, sich Alternativen zu suchen", erklärte Prof. Dr. Jörn Schlingensiepen. Dabei gehe es nicht darum, bestehende Angebote grundsätzlich abzulehnen: "Der Gedanke, dass alles böse ist, den wollen wir auch nicht vermitteln."

DI. DAY nicht nur ein Begriff

Vielmehr soll der DI.DAY zeigen, dass digitale Abhängigkeit kein abstrakter Begriff ist, sondern sich konkret im Alltag widerspiegelt - etwa durch fehlende Transparenz oder die Bindung an bestimmte Programme.

Ein praktisches Beispiel dafür bot der Workshop rund um das freie Betriebssystem Linux. Die Teilnehmenden erhielten einen Überblick über die Installation und Nutzung eines Systems, das unabhängig von kommerziellen Anbietern entwickelt wird. Schritt für Schritt wurden technische Abläufe erklärt, mit Fokus auf Alltagstauglichkeit und Verständlichkeit. "Alles Technische wird mit Benutzerfokus erklärt, damit auch Menschen ohne großes Vorwissen mitkommen", hieß es seitens Schlingensiepen.

Neben der Installation standen auch Alternativen zu verbreiteter Software im Fokus, etwa Office-Programme auf Basis von LibreOffice oder andere frei verfügbare Werkzeuge. Ziel sei es gewesen, "einen Überblick zu verschaffen" und zu zeigen, dass digitale Selbstbestimmung im Privatgebrauch möglich ist - ohne den Anspruch, dass jeder sofort vollständig umsteigen müsse.

Der Digital Independence Day machte damit deutlich, dass digitale Unabhängigkeit weniger eine radikale Abkehr als vielmehr ein bewusster Umgang mit Technik ist. Der Workshop in Fulda verstand sich als Beitrag zu dieser Diskussion - und als praktische Einladung, digitale Abhängigkeiten zumindest kritisch zu hinterfragen. (nk)+++

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