Firmenpleiten erreichen Zehn-Jahres-Hoch
Überschuldet und insolvent: Osthessen rutscht tiefer in die finanzielle Krise
Symbolbild: Pixabay
23.01.2026 / REGION -
Die finanzielle Lage in Osthessen spitzt sich zu. Nach Jahren der Entspannung kehrt die Überschuldung zurück - und gleichzeitig erreichen Firmenpleiten ein neues Zehn-Jahres-Hoch. Zahlen von Creditreform zeigen: Sowohl private Haushalte als auch Unternehmen geraten zunehmend unter Druck. Die Entwicklungen greifen ineinander und verstärken sich gegenseitig.
"Überschuldung ist kein Randphänomen"
Besonders auffällig: Überschuldung betrifft längst nicht mehr nur klassische Risikogruppen. Laut SchuldnerAtlas geraten zunehmend Menschen mit mittlerem oder sogar überdurchschnittlichem Einkommen in finanzielle Schieflagen. Busold stellt klar: "Überschuldung ist kein Randphänomen mehr." Viele hätten ihre finanzielle Belastbarkeit überschätzt - trotz stabilem Einkommen und geregeltem Alltag.Mittelstand steht enorm unter Druck
Parallel dazu verschärft sich die Lage bei den Unternehmen. 2025 meldeten deutschlandweit 23.900 Firmen Insolvenz. In Osthessen ist der Anstieg besonders deutlich: Allein im Landkreis Fulda stieg die Zahl der Insolvenzen von 36 auf 45. Zuletzt sorgte die Schließung von Goodyear in Fulda für Aufsehen. "Viele Betriebe sind hoch verschuldet, kommen schwer an neue Kredite und kämpfen mit strukturellen Belastungen wie Energiepreisen oder Regulierung", so Busold. Das setze vor allem den Mittelstand massiv unter Druck. "Hohe Kosten, Bürokratie und Konjunkturschwäche"
Auch die Folgen sind gravierend: Gläubiger müssen bundesweit Schäden von rund 57 Milliarden Euro verkraften, Hunderttausende Arbeitsplätze sind betroffen. Und der Blick nach vorn bleibt düster. "Hohe Kosten, Bürokratie und die anhaltende Konjunkturschwäche werden das Insolvenzgeschehen weiter antreiben", warnt Busold. Osthessen steht damit vor einer finanziellen Bewährungsprobe - bei Verbrauchern wie bei Unternehmen. (Constantin von Butler) +++