Politik im Dialog mit der Jugend
Gibt es Generationsgerechtigkeit? - Was bewegt junge Menschen?
Leon Igel (NZZ), Omar Alkadamani (SPD) und Michael Brand (MdB CDU) sprechen mit jungen Menschen über ihre Zukunft
Fotos: Philipp Gerhard
23.01.2026 / FULDA -
Am Donnerstag füllte sich die Aula der Freiherr-vom-Stein-Schule nicht nur mit einer Vielzahl an Schülern, sondern auch mit den Fragen und Themen, die sie bewegen. Staatssekretär Michael Brand (CDU), Omar Alkadamani (SPD) und der ehemalige Schüler Leon Igel (Redakteur bei der Neuen Zürcher Zeitung) beantworteten Fragen rund um das Thema Generationsgerechtigkeit. Dabei ging es nicht nur um Klimawandel und Rente, sondern auch darum, wie man junge Menschen für Politik begeistern kann.
Die Veranstaltung eröffnete Schulleiter Dr. Ulf Brüdigam. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde der Diskussionsteilnehmer ging es gleich mit der Kernthematik los: Was versteht man unter Generationsgerechtigkeit? Hierüber war man sich einig. Die Chancen einer neuen Generation dürfen nicht durch Altlasten genommen werden. Junge Menschen haben aber auch die Aufgabe, genau diese Möglichkeiten zu nutzen und ältere Generationen im späteren Verlauf ebenfalls zu unterstützen. Dabei spielen natürlich sowohl Politik als auch Aktivismus eine große Rolle und gehen dabei Hand in Hand.
Wichtige Punkte waren im weiteren Verlauf insbesondere Klimaschutz und die Rente, deren künftige Finanzierung viele Schüler als unsicher empfanden. Bei einer Abstimmungsrunde im weiteren Verlauf konnten die Aussagen "Der Staat wird das Rentensystem schon retten" und "Die gesetzliche Rente ist sicher für uns" nicht ein einziges zustimmendes Handzeichen erlangen. "Die Rente ist natürlich sicher – die Frage ist aber, auf welchem Niveau?", konstatierte Michael Brand hierzu. Deshalb setze der Staat immer mehr Anreize zur Vorsorge, sei es privat, betrieblich oder gesetzlich.
Vor allem beim Klimaschutz fühlen sich viele junge Menschen von der älteren Generation alleingelassen, was auch der Grund für viel Aktivismus in den letzten Jahren war. Inwiefern war aber solche Aktionen zur Rettung des Klimas in den letzten Jahren überhaupt erfolgreich? Oft wirkt es so, als hätte das zwar viele bewegt, aber wenig erreicht – so die in der Runde aufgestellte These. Leon Igel entgegnete allerdings, dass die Bewegung sehr viel erreicht habe – nämlich, dass der Klimawandel mittlerweile in den Köpfen der Menschen angekommen ist und dass es immer mehr Bestrebungen in den letzten Jahren gab, der nahenden Katastrophe entgegenzuwirken. Trotz allem sei das große Problem im Bereich Rente und Klima, dass heute Entscheidungen getroffen werden, die man vor 30 Jahren hätte treffen müssen, so Omar Alkadamani.
Eines ist allerdings klar: Junge Menschen müssen sich mehr für Politik begeistern. Warum ist aber genau das wichtig? "Weil die Welt und die Zukunft uns gehören!", begründete Alkadamani später. Nur mit Engagement in Politik und Gesellschaft könne der Konflikt zwischen den Generationen gelöst werden – hier waren sich alle Diskussionsteilnehmer einig. "Geht in Parteien, verändert Parteien, bringt eure Ideen ein", sagte Michael Brand hierzu. Es liegt also an der Jugend, für die Dinge einzustehen, die sie bewegen, um später gemeinsam und in Partnerschaft mit der älteren Generation die bestehenden Probleme zu lösen. (pg)+++