Neujahrsempfang 2026

"Lebbe geht weider": Bekenntnis zu Ehrenamt, Zusammenhalt und Optimismus

Der Neujahrsempfang im Lüderhaus in Großenlüder war ein voller Erfolg!
Fotos: Rene Kunze

19.01.2026 / GROßENLÜDER - Großer Zuspruch, klare Botschaften und ein prominenter Gastredner: Beim Neujahrsempfang von Gemeinde und Gewerbeverein Großenlüder (Landkreis Fulda) stand das Ehrenamt im Mittelpunkt. Dragoslav "Stepi" Stepanovic sorgte mit Humor und Lebensweisheiten für Zuversicht - Politik und Wirtschaft warben für mehr Miteinander und Mut zum Anpacken.



Mit großer Resonanz ist am Sonntagnachmittag der gemeinsame Neujahrsempfang des Gewerbevereins Großenlüder und der Gemeinde im Lüderhaus gefeiert worden. Bereits ab 14:30 Uhr wurden die Gäste mit Sekt und Live-Musik begrüßt. Für einen besonderen musikalischen Auftakt sorgte Christoph Döppner mit seinem "Magic Didgeridoo". Durch das Programm führten Moderator, Podcaster und Buchautor Jonas Schulte sowie Bernhard Keller von der Richard-Keller GmbH.

Ehrenamt als zentrales Fundament

In den Redebeiträgen zog sich ein Thema wie ein roter Faden durch den Nachmittag: die Bedeutung des Ehrenamts. "Ihr seid so wichtig wie nie zuvor", hieß es mehrfach. Das ehrenamtliche Engagement bilde "ein unglaubliches Fundament" für das gesellschaftliche Leben in Großenlüder.

Sebastian Sander, Vorsitzender des Gewerbevereins, brachte seine Botschaft auf drei Worte: Gemein, Ehre und Willig. Gemeinschaft mache Großenlüder aus und halte den Ort lebendig, erklärte Sander. Aus der Ehre erwachse das Ehrenamt – der Grundbaustein jeder funktionierenden Gemeinschaft. Besonders hob er die Freiwilligkeit hervor: "Das freiwillige Ehrenamt ist das höchste Gut unserer Gemeinschaft." Zugleich appellierte er an die Anwesenden, sich nicht von Kritikern oder Schwätzern aufhalten zu lassen: "Es braucht die Macher. Lasst die Kritiker zurück und werdet selbst welche."

Bürgermeister Fritzsch: Demokratie beginnt vor Ort

Bürgermeister Florian Fritzsch (Parteilos) unterstrich die enge Zusammenarbeit von Gemeinde und Gewerbeverein. Zusammenhalt, Engagement und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, seien entscheidend für die Zukunftsfähigkeit Großenlüders. "Ehrenamtler übernehmen Verantwortung – freiwillig, für andere und aus Überzeugung", sagte Fritzsch und verwies auf Feuerwehr, Kirche, Vereine und alle, die im Hintergrund organisieren, trainieren oder reparieren. Demokratie beginne nicht in Berlin oder Wiesbaden, sondern direkt vor Ort.

Zugleich machte er deutlich, dass nur ein starkes Gewerbe eine starke Gemeinde ermögliche. Für den Mai kündigte er ein neues Dialogformat zwischen Kommune, Politik und Wirtschaft an. "Starke Gemeinden entstehen dort, wo miteinander und nicht übereinander geredet wird. Stillstand ist keine Option", so der Bürgermeister.

Wirtschaft und Politik mit klaren Appellen

Bernhard Keller sprach die angespannte Lage vieler mittelständischer Unternehmen an und verwies auf die Hoffnung auf Entlastungen aus Berlin. "Es ist wichtig, neue Wege zu gehen und mit alten Gewohnheiten aufzuhören", sagte er und verwies auf Länder wie Dänemark oder Finnland als Beispiele für hohe Lebenszufriedenheit.

Der heimische Bundestagsabgeordnete Michael Brand (CDU) schlug bei seiner Rede im Nachgang dann optimistische Töne an. "2025 war hart, und 2026 knüpft daran an. Trotzdem gibt es keinen Grund für Resignation", betonte Brand. Entscheidend sei, was gemeinsam angepackt werde. "Ich bin Optimist – sogar meine Blutgruppe ist positiv", sagte er augenzwinkernd – ein Zitat des Fußballspielers Toni Polster, der jahrelang für den 1. FC Köln spielte.

"Stepi" begeistert mit Humor und Lebensweisheiten

Ein besonderer Höhepunkt des Nachmittags war der Auftritt von Gastredner Dragoslav "Stepi" Stepanovic. Im Gespräch mit Jonas Schulte sorgte die serbische Fußballtrainerlegende mit Humor, Offenheit und vielen Anekdoten für zahlreiche Lacher im Saal. Er sprach über seine Kindheit und Jugend in einem jugoslawischen Elternhaus, über Erfolge und Niederlagen – und über sein Lebensmotto "Lebbe geht weider", das Mut mache und den Blick nach vorne richte.

Mit vielen Gesprächen, guter Stimmung und einem klaren Appell zum Mitmachen ging der Neujahrsempfang mit anschließendem "Get-together", inklusive Häppchen und Getränken, zu Ende. (ems) +++

X