E³UDRES² in Landesvertretung
Hessische Hochschulen werben in Brüssel für Europäische Hochschulallianzen
Fotos: Hochschule Fulda
16.01.2026 / FULDA -
Um die Bedeutung des EU-Programms Erasmus+ für Europa und für die Weiterentwicklung des europäischen Hochschulraums zu unterstreichen, richtete Hessens Wissenschaftsminister Timon Gremmels jetzt gemeinsam mit sieben hessischen Hochschulen, unter ihnen die Hochschule Fulda, in der Hessischen Landesvertretung in Brüssel eine Fachveranstaltung mit hochkarätigen Vertretungen der EU-Bildungs- und Wissenschaftspolitik aus. Alle sieben Hochschulen sind jeweils Mitglied in einer der insgesamt 65 Europäischen Hochschulallianz und werden damit von der EU gefördert.
Gegenüber den Vertreterinnen und Vertretern der EU warb der Minister für eine Aufstockung der Finanzierung der Leitinitiative "Europäische Hochschulallianzen", deren aktueller Förderrahmen im Jahr 2027 ausläuft. Zurzeit wird im Rahmen des EU-Haushalts 2028-2034 über die zukünftige Finanzierung verhandelt. Die Europäischen Hochschulallianzen hätten sich hervorragend entwickelt und seien eine große Bereicherung für den europäischen Hochschulraum. Auch die beiden Vertreterinnen der EU, Vanessa Debiais-Sainton, Mitglied des Kabinetts der Exekutiv-Vizepräsidentin Roxana Mînzatu in der Europäische Kommission, und Laurence Farreng, Mitglied im Europäischen Parlament, teilten diese Einschätzung und unterstrichen die große Bedeutung der Allianzen für Europa. Die Einrichtung der Allianzen geht auf eine Anregung des französischen Präsidenten Emanuel Macron aus dem Jahre 2017 zurück.
Die Hochschulleitungen aller sieben vertretenen hessischen Hochschulen hatten die Gelegenheit ihre jeweiligen Allianzen in einer Kurzpräsentation vorzustellen. Fuldas Hochschulpräsident Prof. Dr. Karim Khakzar erläuterte in seinem Vortrag die besonderen Merkmale der Hochschulallianz E³UDRES², an der die Hochschule Fulda seit 2022 beteiligt ist. "Alle neun Mitgliedshochschulen unserer Allianz befinden sich in kleinen oder mittelgroßen Städten und haben eine starke anwendungs- und praxisorientierte Ausrichtung. Mit diesen Profilen sind wir für unsere jeweiligen Regionen wichtige Innovationsmotoren und fördern den Transfer zwischen Hochschule und Praxis", sagte Khakzar und führte weiter aus: "Davon profitieren insbesondere kleine und mittlere Unternehmen sowie Einrichtungen aus dem Sozial- und Gesundheitsbereich. Die immer schnelleren Veränderungen zum Beispiel im Bereich der Digitalisierung und der künstlichen Intelligenz stellen viele Akteure vor große Herausforderungen."
Neben vier hessischen Universitäten konnten sich auch drei hessische Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAWs) in dem sehr kompetitiven Wettbewerb um Fördermittel der EU behaupten. Minister Gremmels wies darauf hin, dass Hessen im Bundesvergleich weit überdurchschnittlich erfolgreich war. Khakzar begrüßte in seinen Ausführungen, dass die EU mit den geförderten Hochschulallianzen die breite Vielfalt des europäischen Hochschulsystems unterstütze.
An der im Mittelpunkt stehenden Podiumsdiskussion nahmen neben Minister Gremmels, Prof. Steinmetz (Präsident Hochschule Darmstadt), Dr. Stephan Geifes (Nationale Erasmus+ Agentur im Deutschen Akademischen Austauschdienst DAAD), Lara Zieß (studentische Vizepräsidentin der Universität Marburg), sowie Vanessa Debiais-Sainton (Mitglied des Kabinetts der Exekutiv-Vizepräsidentin Roxana Mînzatu, Europäische Kommission) und Laurence Farreng (Mitglied im Europäischen Parlament) teil. Darin ging es hauptsächlich um die Frage der zukünftigen Finanzierung der Europäischen Hochschulallianzen, eine mögliche Fokussierung auf bestimmte Themen sowie die Vorreiterrolle der Allianzen bei der Erarbeitung von Lösungen für bestimmte europaweite, strukturelle Herausforderungen, z.B. die automatische Anerkennung von Leistungen oder Studienabschlüssen. Moderiert wurde die Veranstaltung vom Wissenschaftsjournalisten Jan-Martin Wiarda.
Weiterhin präsentierten sich alle Hochschulallianzen mit einem Stand, an dem es beim gemeinsamen Networking Gelegenheit zum Austausch gab. (mp/pm) +++