"Deutliche Zunahme der Atemwegsinfekte"

Influenza setzt Kliniken unter Druck: Notaufnahmen in Osthessen stark gefordert

Die frühe und starke Influenza-Saison führt derzeit zu einer hohen Auslastung in osthessischen Kliniken.
Archivfoto: O|N/Hendrik Urbin

18.01.2026 / REGION - Die aktuelle Wintersaison stellt Krankenhäuser in Osthessen vor besondere Herausforderungen. Bereits seit dem Jahreswechsel ist ein spürbarer Anstieg von Patienten mit Atemwegserkrankungen zu verzeichnen. Vor allem die Influenza bestimmt derzeit das Geschehen in den Notaufnahmen und auf den Stationen. Die frühe und intensive Ausbreitung führt dazu, dass personelle und räumliche Ressourcen stärker beansprucht werden als in vergleichbaren Zeiträumen der Vorjahre.



In Hünfeld zeigt sich diese Entwicklung sehr deutlich. "Seit Jahreswechsel verzeichnet die Helios St. Elisabeth Klinik Hünfeld eine deutliche Zunahme der Atemwegsinfekte", erklärt Cornelia Grimm, Leiterin Marketing, Kommunikation und Technologien, gegenüber OSTHESSEN|NEWS. Dabei lasse sich klar erkennen, welcher Erreger den Winter präge: "In Bezug auf die saisonalen Viren besteht in diesem Winter der Fokus klar auf Influenza A."


Klinischer Alltag in Hünfeld "deutlich anspruchsvoller"

Dass die Belastung bereits früh im Jahr hoch ist, hängt auch mit dem zeitigen Beginn der Saison zusammen. "Die aktuelle Influenza-Saison 25/26 startete etwas früher, sodass bis zum aktuellen Zeitpunkt bereits etwa 80 Prozent der Vergleichsdaten der Vorsaison erreicht wurden", so Grimm. Andere bekannte Viren seien derzeit weniger relevant: "COVID und bei Erwachsenen zumindest RSV hält sich entsprechend im Hintergrund."

Zusätzliche Komplexität entstehe jedoch durch weitere Krankheitsbilder: "Zu den Viruserkrankungen gesellen sich wie zu erwarten auch bakterielle Atemwegsinfekte wie Pneumonien und Bronchitiden." Insgesamt führe dies dazu, dass der klinische Alltag deutlich anspruchsvoller sei. "Dies führt zu einer deutlichen Mehrbelastung der Notaufnahmen und des Stationsbetriebs."

Angespannte Lage in Bad Hersfeld

Auch im Klinikum Hersfeld-Rotenburg ist die Situation angespannt. "Derzeit ist in der Zentralen Notaufnahme ein spürbarer Anstieg der Patientenzahlen zu beobachten", erklärt Loreen Sippel, stellvertretende Leitung Unternehmenskommunikation. Neben saisonalen Unfallverletzungen spiele die Influenza eine zentrale Rolle: "Das vermehrte Auftreten von Influenza-A-Erkrankungen trägt zu einer hohen Auslastung bei und bindet sowohl internistische als auch chirurgische Ressourcen."

Nicht jede Infektion wird sofort erkannt. "Während sich einige Patienten gezielt wegen grippeähnlicher Symptome vorstellen, wird bei anderen eine Influenza im Zuge der Behandlung einer anderen akuten Erkrankung festgestellt", so Sippel. Covid-19 sei derzeit kein Haupttreiber der Lage.

"Trotz der angespannten Situation ist die Versorgung aller Notfälle jederzeit gewährleistet", betont Sippel: "Allerdings kann es bei weniger akuten Krankheitsbildern zu längeren Wartezeiten kommen." Wichtig sei daher eine klare Struktur in der Aufnahme.

"Zusätzliche organisatorische und personelle Herausforderungen ergeben sich durch notwendige Isolations- und Quarantänemaßnahmen für Grippepatientinnen und -patienten", so Sippel. Diese seien notwendig, "um den Schutz anderer Patientinnen und Patienten sowie des medizinischen Personals sicherzustellen". (Constantin von Butler) +++

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