Optimismus, Frauenpower, neue Ideen

"Wir wollen mittendrin sein" - Jahresempfang der Gemeinde lockt viele Gäste

Bürgermeisterin Alexandra Ballweg hat zum traditionellen Jahresempfang geladen.
Fotos: Carina Jirsch

15.01.2026 / POPPENHAUSEN (WAKU) - Zum traditionellen Jahresempfang der Gemeinde Poppenhausen (Landkreis Fulda) hatte Schirmherrin und Bürgermeisterin Alexandra Ballweg (parteilos) am Mittwochabend geladen. Zahlreiche Besucher – darunter auch Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Wirtschaft – folgten der Einladung und kamen im gut besuchten Von-Steinrück-Haus zusammen. In gemütlicher Atmosphäre blickte die Runde auf das vergangene Jahr zurück und richtete zugleich den Blick auf 2026.



"Persönlich war für mich 2025 – wie Sie sich denken können – extrem spannend", genau so startete Alexandra Ballweg ihre festliche Ansprache auf der Bühne. Seit dem 1. November im Amt und bereits Ende Oktober als neue Bürgermeisterin bestätigt, hat die 57‑Jährige die Nachfolge von Manfred Helfrich (CDU) angetreten und seither nun schon einiges bewegt. Man merkt ihr an: Sie strömt förmlich vor vielfältigen Ideen sowie neuen Impulsen – und bringt dabei echte Frauenpower mit.

Ballweg: "Ich glaube an eine Demokratie der Nähe"

Die Stimmung war heiter, die Gäste bestens gelaunt, nahezu jeder Sitzplatz besetzt: Eigentlich konnte der Jahresempfang nur gut werden. Los ging es mit einer musikalischen Einlage des heimischen Jugendchors unter der Leitung von Karin Mayle-Polivka. Anschließend war es an der Zeit, zurückzublicken – nämlich auf das, was 2025 alles so geschaffen wurde. "Radwege wurden fertiggestellt, die Erweiterungen der Feuerwehrhäuser Steinwand und Abtsroda sind in vollem Gange", berichtete Irmtraud Becker, Vorsitzende der Gemeindevertretung. Zudem habe sich ein Arbeitskreis gegründet, der das Projekt der Dorfmoderation zur Innenentwicklung begleite. Ganz persönlich wurde es, als Alexandra Ballweg noch einmal schilderte, was sie damals dazu bewogen hat, das Amt der Rathauschefin zu übernehmen: "Ich glaube an eine Demokratie der Nähe und möchte Räume öffnen, in denen Beteiligung möglich ist."

"Wir wollen mittendrin sein in jeder Hinsicht"

Anschließend blickten die beiden Rednerinnen auf 2026 und führten aus, was im neuen Jahr alles so ansteht: etwa die Weiterentwicklung des Radwegs Abtsroda nach Poppenhausen sowie die Kommunalwahl am 15. März. "Ich freue mich, dass sich zahlreiche Kandidaten gefunden haben, um für die Kommunalwahl zu kandidieren. Das ist beeindruckend, denn es ist ein Ausdruck bürgerlichen Engagements für den Ortsteil und die Gemeinde", so Becker. Ballweg ergänzte dazu: "In Poppenhausen wollen wir nicht zuschauen, sondern mittendrin sein in jeder Hinsicht". Dieser Spruch wurde zum Sinnbild des Jahresempfangs.

In ihrer Ansprache rückte die Bürgermeisterin auch die Themen unbelebte Flächen und Wandel in den Mittelpunkt. "Ein Ortskern ist mehr als eine Ansammlung von Gebäuden. Er ist der Ort, an dem sich zeigt, ob ein Dorf lebt", betonte sie. Gleichzeitig machte die Vorsitzende der Gemeindevertretung deutlich, dass die Verantwortlichen immer wieder vor schwierigen Aufgaben stehen: Leerstand, veränderte Bedürfnisse, neue Anforderungen. "Aber genau darin liegt auch eine Chance: nicht alles neu zu machen – sondern weiterzubauen", verdeutlichte Ballweg.

"Brauchen Räume, die flexibel sind"

Auch die Gemeinde Poppenhausen bleibt vom grafischen Wandel nicht unberührt: "Wir brauchen Räume, die flexibel sind – für Generationen, für Gemeinschaft, für Arbeit. Und wir müssen etwas anbieten." Die Bevölkerungszahlen in Poppenhausen seien seit den 80er-Jahren moderat um zwölf Prozent gewachsen – der Flächenverbrauch pro Person aber um ganze 50 Prozent. "Es werden mehr Straßen gebraucht, die gebaut, unterhalten, geräumt werden müssen. Je weiter und je weniger dicht ein Dorf nach außen wächst, desto teurer ist das für die Gemeinde im Ganzen", berichtete Ballweg.

Wie andere Regionen solche Herausforderungen konkret angehen, legte Gastrednerin Alexandra Bub, gebürtige Poppenhäuserin, Architektin und Inhaberin von BUB Architekten BDA Hamburg, sowie Vorstandsmitglied beim Bund Deutscher Architekten, dar. Mittlerweile lebt sie seit 15 Jahren in der Hansestadt und hat in ihrer Karriere bereits so einiges gesehen und erlebt. Die Rhöngemeinde habe derweil aber immer noch einen besonderen Platz in ihrem Herzen, und daher überlegte sie nicht zweimal, beim Jahresempfang in der Von-Steinrück-Halle mit dabei zu sein. Mithilfe einer Präsentation veranschaulichte sie inspirierende Beispiele zur Umnutzung und zum Weiterbauen in ländlichen Ortskernen und sorgte im Publikum für den einen oder anderen "Oha-Moment". Ihr Leitmotiv: "Weiterbauen statt Abreißen – Architektur, die Dorfkerne neu belebt."

"Engagement ist eine große Stärke unserer Gemeinde"

Zum Schluss fasste die Bürgermeisterin noch zusammen: "Wir stehen auch in Poppenhausen vor Veränderungen. Aber wir können entscheiden, wie wir damit umgehen. Wir haben die Chance, unseren Bestand klug weiterzuentwickeln, Ortskerne zu stärken und Lebensqualität zu erhöhen. Neue Bedürfnisse eröffnen Raum für neue Ideen, Angebote und Formen des Zusammenlebens." Sie betonte, wie wichtig es sei, sich in der Gemeinde einzubringen: "Engagement ist eine große Stärke unserer Gemeinde. So können wir den demografischen Wandel nicht nur bewältigen, sondern unsere Kommune gemeinsam zukünftig gestalten – mittendrin, miteinander und mit Blick nach vorn."

Um den Abend abzurunden, folgte eine Einlage des Komikers und Kleinkunstpreisträgers Sebastian Scheuthle, der den Gästen ein Schmunzeln ins Gesicht zauberte. Musiker und Komponist Frank Tischer sorgte mit seiner Klaviermusik für eine zauberhafte Atmosphäre. Für den Hunger zwischendurch wurde natürlich auch bestens gesorgt.

Sehen Sie hier nun einige Impressionen unserer OSTHESSEN|NEWS-Fotografin Carina Jirsch, die die schönsten Momente des traditionellen Jahresempfangs festgehalten hat.
(js)+++

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