Daniel May übt heftige Kritik

Sechs Leitungsstellen in Schulen sind unbesetzt

An gleich sieben Schulen im Landkreis Fulda fehlen aktuell Mitglieder der Schulleitung.
Symbolbild: Pixabay

15.01.2026 / REGION - An gleich sechs Schulen im Landkreis Fulda fehlen aktuell Mitglieder der Schulleitung. Die Zahlen gehen aus der Antwort des hessischen Kultusministers auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion im Hessischen Landtag hervor. Die Situation vor Ort spiegelt dabei die landesweite Situation wider: Hessenweit sind im laufenden Schuljahr 253 Stellen von Schulleitern, und deren Stellvertretungen unbesetzt. Das entspricht mehr als 14 Prozent aller Leitungsstellen - und damit 24 Stellen mehr als noch zum selben Stichtag im vorherigen Schuljahr.



Im Zuständigkeitsbereich des Staatlichen Schulamts für den Landkreis Fulda betrifft die Vakanz unter anderem mehrere Grundschulen. Dazu zählen die Domschule in Fulda, die Grundschule Wüstensachsen in Ehrenberg, die Grundschule Haimbach sowie die Propst-Conrad-von-Mengersen-Schule. Auch an weiterführenden Schulen ist die Situation angespannt: Die Ulstertalschule in Hilders sowie die Konrad-Zuse-Schule in Hünfeld sind ebenfalls betroffen. Einige dieser Stellen sind bereits seit Beginn des Jahres 2025 unbesetzt, andere seit dem Start des aktuellen Schuljahres.

Der Fuldaer Landtagsabgeordnete Daniel May (Bündnis 90/Die Grünen) sieht darin ein deutliches Warnsignal. "Dass so viele Schulleitungen in Hessen und hier in Fulda von Vakanzen betroffen sind, ist ein unhaltbarer Zustand." Für ihn seien die offenen Stellen "ein deutliches Zeichen dafür, dass das hessische Schulsystem überlastet ist". Auch den Zusammenhang zur Bildungsqualität stellt May her: "Denn Lehrkräftemangel und sinkende Bildungsqualität sind am Ende zwei Seiten derselben Medaille."

Grüne fordern drastische Veränderung

May kritisiert zudem Kultusminister Armin Schwarz (CDU) scharf und fordert ein Umdenken in der Bildungspolitik. "Wir Grünen im hessischen Landtag fordern endlich ernsthafte Anstrengungen der schwarz-roten Landesregierung zur Bekämpfung des Lehrkräftemangels und zur Entlastung von Schulleitungen." In einem Zehn-Punkte-Plan schlägt seine Fraktion unter anderem "Modellversuche für duale Lehramtsstudiengänge und Quereinstiegsmaster in Mangellehrämtern und -fächern" vor. Zudem wolle man "ein Modellprojekt für Schulleitungstandems aus pädagogischen und administrativen Schulleitungen einführen".

Minister: Schulischer Betrieb ist sichergestellt

Kultusminister Armin Schwarz verweist hingegen auf laufende Verfahren und bereits erzielte Fortschritte. "Hinsichtlich der seit dem Schuljahresbeginn 2025/2026 vakanten Stellen ist anzumerken, dass davon auszugehen ist, dass zahlreiche Vakanzen zeitnah im laufenden Schuljahr besetzt werden können." Allein bis zum Stichtag 31. Oktober 2025 seien "139 Stellen von Schulleiterinnen und Schulleitern sowie von Stellvertreterinnen und Stellvertretern besetzt" worden.

Zugleich beschreibt das Ministerium die strukturellen Hürden bei der Besetzung von Funktionsstellen. Ruhestandsversetzungen, Generationenwechsel und aufeinander aufbauende Beteiligungsprozesse könnten Abläufe verzögern. "In den Fällen, in denen eine vorübergehende Vakanz nicht vermieden werden kann, wird der schulische Betrieb durch organisatorische Maßnahmen sichergestellt." Die Leitung werde dann etwa durch stellvertretende Schulleitungen, beauftragte Schulleitungsmitglieder oder benachbarte Schulen übernommen.

Im Bereich des Staatlichen Schulamts für den Landkreis Fulda sind folgende Schulen betroffen:

- Domschule in Fulda (Grund- und Hauptschule), vakant seit 1. August 2025.
- Grundschule Wüstensachsen in Ehrenberg (Grundschule), vakant seit 1. Januar 2025.
- Grundschule Haimbach in Fulda (Grundschule), vakant seit 1. Juni 2025.
- Propst-Conrad-von-Mengersen-Schule in Fulda (Grundschule), vakant seit 1. Januar 2025.
- Ulstertalschule in Hilders (Gymnasium), vakant seit 28. April 2025.
- Konrad-Zuse-Schule in Hünfeld (Berufliche Schule), vakant seit 1. August 2025 (Constantin von Butler) +++

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