Der Stadtpfarrer bei O|N
Das Sakrament der Versöhnung - die Chance eines Neuanfangs
Archivfoto: O|N/ Carina Jirsch
17.01.2026 / FULDA -
Eigentlich geht es um etwas, das wir alle gut kennen — auch wenn wir es vielleicht unterschiedlich nennen: neu anfangen dürfen.
Manchmal sagen wir etwas Gemeines. Manchmal hören wir nicht zu. Manchmal sind wir egoistisch, neidisch oder unfair. Das passiert — und Gott weiß das. Er ist davon nicht überrascht. Gott erwartet keine perfekten Menschen. Er wünscht sich aber ehrliche Herzen.
Hier setzt das Sakrament der Beichte an. Die Beichte ist kein Verhör. Sie ist kein Strafgericht. Sie ist kein Ort der Angst. Die Beichte ist ein Gespräch der Heilung und des Neubeginns. Ein Ort, wo wir sagen dürfen: "Da habe ich etwas falsch gemacht. Das tut mir leid." Und Gott antwortet dem Menschen: "Ich vergebe dir. Du darfst neu anfangen." Darum heißt es auch Sakrament der Versöhnung — weil Gott und Mensch wieder zusammenfinden.
Wir können uns unser Herz so ungefähr vorstellen wie einen Rucksack. Wenn wir Fehler machen und sie festhalten, wird er schwer. Wenn wir Schuld mit uns herumtragen, drückt das. In der Beichte dürfen wir diesen
Rucksack absetzen. Wir dürfen ablegen, was uns belastet. Und wir gehen leichter weiter.
Gott freut sich über uns Menschen, er liebt uns und nimmt uns an wie wir sind. Vor allem wenn wir den Mut haben, ehrlich zu sein. Die Beichte ist also keine Pflichtübung. Sie ist ein Ort der Barmherzigkeit, ein Ort der Heilung, ein Ort des Neuanfangs.
Vielleicht nehmen wir diesen einen Satz mit: Bei Gott darf ich immer neu anfangen. Egal wie alt ich bin. Egal was war. Egal wie oft. Gott sagt nie: "Jetzt ist es zu spät." Er sagt immer: "Komm."
Wünschen wir unseren Erstkommunionkindern heute Mittag genau diese Erfahrung. (Stefan Buß) +++