Im Falle eines Blackouts
Hauptstadt als Warnsignal: Hersfeld-Rotenburg und Fulda sind gewappnet
Symbolbild: O|N/ Hendrik Urbin
08.01.2026 / REGION -
Der mehrtägige Stromausfall im Südwesten von Berlin hat gezeigt, wie schnell selbst in einer Metropole das öffentliche Leben lahmgelegt werden kann. Zehntausende Haushalte waren ohne Strom, Heizung und Kommunikationsmöglichkeiten. Die Landkreise Hersfeld-Rotenburg und Fulda in Osthessen haben ihre Vorsorgepläne bereits deutlich ausgearbeitet.
Der Landkreis Fulda betont gegenüber OSTHESSEN|NEWS, dass Krisenbewältigung nur in enger Zusammenarbeit mit Städten und Gemeinden gelingt. Gleichzeitig ist die Eigenverantwortung der Bevölkerung entscheidend. "Das heißt: Jeder ist aufgerufen, sich auf solche Fälle vorzubereiten. Die Bewältigung einer Krise kann nur so gelingen. Hierzu helfen insbesondere die Informationen des Bundesamts für Katastrophenschutz."
Ansätze, die im Ernstfall helfen sollen
Der Landkreis hat unterschiedliche Planungen für länger andauernde Stromausfälle erarbeitet. Dazu zählen Treibstoffversorgung, Notbetreuung und -unterbringung, die Sicherstellung von Kommunikationsverbindungen und der Trinkwasserversorgung. "Zur Bewältigung eines solchen Szenarios greifen die Planungen ineinander. Dabei orientiert sich der Landkreis Fulda auch am Mustereinsatzplan Stromausfall des Hessischen Innenministeriums." Anlaufstellen für die Bevölkerung befinden sich in Dorfgemeinschaftshäusern oder Bürgerhäusern. Auch kritische Einrichtungen wie Krankenhäuser und Leitstellen verfügen über Notstrom.
Langfristige Planungen in Hersfeld-Rotenburg
Auch im Landkreis Hersfeld-Rotenburg ist die Vorbereitung auf Stromausfälle Teil der langfristigen Krisenvorsorge. "Der Fachdienst Gefahrenabwehr des Landkreises Hersfeld-Rotenburg beschäftigt sich bereits seit rund zwei Jahrzehnten mit einem solchen Szenario. Vor allem seitdem eine mögliche Gasmangellage bundesweit ein Thema ist, wird die Vorsorge hier vor allem in Bezug auf Kritische Infrastruktur ernster betrieben." Notfall- und Katastrophenschutzpläne liegen als Leitfäden vor, und in den Kommunen wurden Wärmestuben und Aggregate eingerichtet. "Ja, für einen Blackout liegen Planungen und Checklisten vor, an denen man sich im Notfall orientieren kann."
Wie wird die Bevölkerung im Ernstfall informiert?
Die Bevölkerung kann im Ernstfall über einen Medienmix informiert werden - Radio, Fernsehen, Warnapps, Polizei und Feuerwehr. Hilfsorganisationen und Feuerwehren übernehmen die Koordination und Versorgung vor Ort. "Hilfsorganisationen und Feuerwehren haben auch in der Krise ihre originären Aufgaben zu erfüllen. Es wird auch dann Kranke und Verletzte, aber auch Unfälle und Brände geben. Darüber hinaus spielen sie - und hierzu tragen in erster Linie die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer bei - bei der Versorgung der Bevölkerung eine wichtige Rolle", erklärt der Landkreis Hersfeld-Rotenburg auf Nachfrage. Regelmäßige Übungen und Erfahrungen aus vergangenen Einsätzen bilden die Grundlage der Vorsorge. "Aus jeder Übung und jedem Einsatz können wichtige Erkenntnisse für künftige Planungen gezogen werden. Im Landkreis Fulda wurden verschiedene Übungen durchgeführt - zum Beispiel mit den Schwerpunkten Aufbau von Ersatzkommunikationsnetzen und Einrichtung von Betreuungsstellen. Zudem gab es bereits reale Einsätze, bei denen Feuerwehrhäuser zur Sicherstellung der Notrufannahme besetzt wurden", so der Landkreis Fulda gegenüber O|N.
Der Blick nach Berlin zeigt: Ein Blackout kann jederzeit eintreten. Die osthessischen Landkreise setzen auf Planung, Koordination und Eigenverantwortung, um die Bevölkerung im Ernstfall bestmöglich zu schützen. OSTHESSEN|NEWS hat bei allen Landkreisen der Region nachgefragt. In einem weiteren Artikel berichten wir ausführlich über die Lage in den Landkreisen Main-Kinzig-Kreis und Vogelsbergkreis. (Constantin von Butler) +++