Trump: "Maduro und Frau gefasst!"
Berichte über Explosionen in Venezuelas Hauptstadt Caracas
Foto: Matias Delacroix/AP/dpa
03.01.2026 / CARACAS -
In der venezolanischen Hauptstadt Caracas haben sich Medienberichten zufolge eine Reihe von Explosionen ereignet. Auf vom Fernsehsender NTN24 veröffentlichten Bildern waren Explosionen und Rauchwolken zu sehen. Mehrere davon sollen sich im Gebiet La Carlota ereignet haben, wo ein Stützpunkt der venezolanischen Luftwaffe liegt. Auf einem Video des Senders VPItv war zu sehen, wie mehrere Hubschrauber über die nächtliche Stadt fliegen. Was der Auslöser der Explosionen war, blieb zunächst unklar. Die venezolanische Regierung äußerte sich zunächst nicht zu den Vorfällen.
Im Raum stand die Frage, ob es sich möglicherweise um einen Angriff des US-Militärs handeln könnte. Der Konflikt zwischen den USA und Venezuela war zuletzt immer weiter eskaliert. Die US-Streitkräfte haben vor der Küste Venezuelas zahlreiche Kriegsschiffe, Kampfflugzeuge und Soldaten zusammengezogen. Das Militär versenkte zuletzt eine Reihe von angeblichen Drogenbooten, die Küstenwache beschlagnahmte mit Sanktionen belegte Öltanker. US-Präsident Donald Trump bestätigte zudem einen Angriff auf ein Hafengebiet in dem südamerikanischen Land.
Venezuelas autoritärer Präsident Nicolás Maduro wirft dem Weißen Haus vor, einen Machtwechsel in Caracas erzwingen zu wollen. Im Oktober hatte Trump öffentlich bestätigt, dass er verdeckte Einsätze des Auslandsgeheimdienstes CIA in Venezuela genehmigt habe. Der US-Präsident erklärte zudem, Maduros Tage an der Staatsspitze seien gezählt.
US-Präsident Donald Trump hat auf seiner Plattform Truth Social erklärt, dass die USA Venezuela angegriffen und den venezolanischen Staatschef Nicolás Maduro sowie dessen Ehefrau gefasst und außer Landes gebracht haben. Am frühen Samstagmorgen (Ortszeit) sei Maduro von Einheiten der US-Elite-Truppe Delta Force gefangen genommen worden, berichtete der US-Sender CBS News unter Berufung auf US-Beamte. Trump kündigte für 11.00 Uhr Ortszeit (17.00 Uhr MEZ) eine Pressekonferenz in Mar-a-Lago (Florida) an, auf der weitere Details bekanntgegeben werden sollen. Die USA werfen Maduro seit Jahren vor, einen Machtwechsel in Caracas verhindern zu wollen, nicht rechtmäßig gewählt zu sein (Wiederwahl 2024) und in Drogengeschäfte verwickelt zu sein. Washington erkennt Maduro seit 2024 nicht mehr als rechtmäßigen Präsidenten Venezuelas an. Laut CBS News hatte Trump bereits vor Tagen Angriffe auf Venezuela genehmigt: Ursprünglich seien Attacken an Weihnachten erwogen worden. Die Pläne seien wegen anderer US-Luftschläge (Nigeria) und später wegen ungünstiger Wetterbedingungen verschoben worden, so CBS News. Die US-Luftfahrtbehörde FAA untersagte Flüge rund um Venezuela «in Zusammenhang mit andauernden militärischen Aktivitäten». Betroffen sind unter anderem Maiquetía (Venezuela), Curaçao, Trinidad (Piarco) und San Juan (Puerto Rico).
Die USA haben ihre Reisewarnungen für Venezuela auf Stufe 4 verschärft: nicht reisen. US-Bürger in Venezuela sollen zu Hause bleiben und das Land verlassen, sobald dies sicher möglich ist. Die venezolanische Regierung wirft den USA eine militärische Aggression gegen zivile und militärische Ziele vor. In einer offiziellen Mitteilung erklärt Caracas, die Angriffe stellten eine Verletzung der UN-Charta dar. Die Regierung Venezuelas wirft den USA vor, ihnen gehe es darum, sich Bodenschätze, insbesondere die großen Ölreserven, anzueignen und einen Regierungswechsel in Caracas zu erzwingen. In Caracas wurden Explosionen und Rauchsäulen beobachtet: Die Luftangriffe richteten sich ersten Berichten zufolge vor allem gegen Militärstützpunkte, Flugplätze, Kommunikationsanlagen und Häfen.
US-Präsident Donald Trump bestätigte zuletzt einen Angriff auf einen angeblichen «Drogenumschlagplatz» in Venezuela.
Die USA bauten ihre militärische Präsenz in der Region massiv aus, darunter mit dem Flugzeugträger «USS Gerald R. Ford», weiteren Kriegsschiffen, Kampfflugzeugen und einem Langstreckenbomber.
Was wir nicht wissen
Unklar ist, wo sich Maduro zurzeit befindet.
Umfang, genaue Ziele und Ablauf der US-Angriffe sind offen.
Ort, Ablauf und rechtliche Grundlage der mutmaßlichen Festnahme sind unklar.
Schäden und Opferzahlen: Es gibt bisher keine verlässlichen Angaben zu Toten, Verletzten oder zur Zerstörung ziviler Infrastruktur.
Wer könnte auf Maduro folgen?
Die langfristigen Folgen für die regionale Sicherheit und die internationale Diplomatie sind nicht absehbar.
(dpa)+++