Zwei 18-Jährige tot durch Pyrotechnik
Jahreswechsel Silvester-Bilanz: Fröhliche Partys, aber Tote und Verletzte
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01.01.2026 / BERLIN -
26 Stunden dauert es, bis der ganze Globus in das neue Jahr gerutscht ist. Wie ist die Silvesternacht in Deutschland verlaufen? Eine Bilanz. Millionen Menschen in Deutschland haben friedlich ins Jahr 2026 gefeiert - doch wieder gab es Tote und Verletzte durch Pyrotechnik, Angriffe auf Einsatzkräfte und zahlreiche Brände. Mindestens zwei Menschen starben durch selbstgebaute Böller. In der Hauptstadt Berlin gab es Hunderte Festnahmen.
Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst waren im Großeinsatz. In den Schweizer Alpen überschattet ein Brand mit Toten den Jahreswechsel. Die größten öffentlichen Partys unter freiem Himmel in Deutschland stiegen am Brandenburger Tor in Berlin, in Hamburg am Hafen und in der Münchner Innenstadt.
Tote durch Pyrotechnik in Bielefeld
In Bielefeld kamen zwei 18-Jährige bei Unfällen mit selbstgebauter Pyrotechnik ums Leben. In der Nähe von Rostock verlor ein 23-Jähriger durch einen explodierten Böller seine linke Hand. In Leipzig wurde ein 16 Jahre altes Mädchen beim Versuch, einen in Deutschland nicht zugelassenen Silvesterböller zu entzünden, schwer an der Hand verletzt. Ein 14-Jähriger in Starnberg erlitt mittelschwere Handverletzungen, als er versuchte, eine Rakete aus der Hand zu starten.
Bereits am Silvestertag kam es in einer Erdgeschosswohnung eines Mehrfamilienhauses in Bochum zu einer Explosion. In einer angrenzenden Wohnung musste eine 70-jährige Frau reanimiert werden - sie starb später im Krankenhaus. Eine Bewohnerin und ein 46 Jahre alter Besucher wurden vorläufig festgenommen, wie die Polizei mitteilte, die auch an Neujahr zunächst nichts zur Ursache mitteilte. «Bild.de» berichtete, es sei mit unerlaubten Böllern hantiert worden.
Bei einer Explosion und einem Brand während einer Silvesterparty kamen im noblen Schweizer Skiort Crans-Montana nach Polizeiangaben mehrere Menschen ums Leben. Die Tragödie ereignete sich gegen 01.30 Uhr in einer Bar, in der mehr als 100 Menschen das neue Jahr gefeiert haben sollen. Vor Ort waren Polizei und Feuerwehr mit zahlreichen Einsatzwagen und Hubschraubern. Ein Rettungsarzt sagte dem Westschweizer Sender RTS, Menschen seien mit schweren Verbrennungen in umliegende Krankenhäuser gebracht worden.
Die Lage in großen Städten
In Deutschland war die Polizei nach Angriffen auf Einsatzkräfte in den vergangenen Silvesternächten verstärkt vor allem in Städten unterwegs. Allein in Berlin waren 4.300 Polizisten im Einsatz. Hier verlief die Silvesternacht nach einer ersten Einschätzung der Polizei nicht ganz so problematisch wie in den vergangenen Jahren. Allerdings seien Kollegen immer wieder mit Böllern und Raketen angegriffen worden, sagte ein Sprecher. 21 Polizisten seien durch Knalltraumata nach dem Beschuss mit Böllern oder Gegenwehr von Verdächtigen leicht verletzt worden. Die Polizei nahm rund 400 Verdächtige kurzzeitig fest. Und auch am Silvesterabend und in der Nacht sei noch kiloweise illegale Pyrotechnik beschlagnahmt worden.
Die Feuerwehr musste in mehreren Bundesländern wegen Bränden ausrücken. Gleich mehrere Dachstühle gerieten in der Silvesternacht in Hagen in Nordrhein-Westfalen in Brand. Das Feuer habe von einem brennenden Baum zunächst auf ein Haus übergriffen, sagte ein Polizeisprecher. Von dort hätten die Flammen die Dächer zweier weiterer Objekte eines Gebäudekomplexes entzündet. Die Gebäude brannten vollständig aus. Nun wird ermittelt, ob der Brand durch einen Feuerwerkskörper hervorgerufen wurde.
Ein Brand im Dachstuhl eines historischen Gebäudes am Domplatz in Erfurt griff auf zwei angrenzende Häuser über. Laut der Feuerwehr löste vermutlich eine Silvesterrakete den Brand aus.
Wo gab es die größten Partys?
In der Hauptstadt Berlin feierten Tausende Menschen nahe dem Brandenburger Tor auf der Straße des 17. Juni gut gelaunt bei der offiziellen Freiluftparty der Hauptstadt. 25.000 Tickets hatten zur Verfügung gestanden.
Bei einer großen Silvesterparty auf der Ludwigstraße in München feierten nach Veranstalterangaben um die 10.000 Menschen in das Jahr 2026 hinein. Es sei alles ganz friedlich gewesen, sagte Katrin Strauch von der Veranstaltungsagentur Gral. «Es gab keine Zwischenfälle, überhaupt nichts.»
Wer das neue Jahr draußen begrüßte, war am besten warm angezogen. In Teilen Deutschland riet der Deutsche Wetterdienst zur Vorsicht wegen Schnees und Glätte. Im Norden war stürmisches Wetter angekündigt gewesen.
ZDF-Silvestershow kam diesmal aus Hamburg
Anders als in den Vorjahren kam die ZDF-Silvestershow mit Andrea Kiewel und Johannes B. Kerner diesmal aus der Hafencity in Hamburg und nicht aus Berlin. In der ARD präsentierte Florian Silbereisen zum zweiten Mal eine Silvestershow aus München.
Datumsgrenze wandert 26 Stunden über den Globus
Insgesamt 26 Stunden dauert es, bis der ganze Globus in das neue Jahr gerutscht ist. Amerikanisch-Samoa, das nur 220 Kilometer östlich von Samoa im Pazifik auf der anderen Seite der internationalen Datumsgrenze liegt, wird der letzte bewohnte Ort der Erde sein, der das neue Jahr begrüßt - zwölf Stunden nach Deutschland.
Den weltweiten Anfang machte um 11.00 Uhr MEZ das Südsee-Atoll Kiritimati mit seinen rund 7.300 Einwohnern, das zum Inselstaat Kiribati gehört. Es folgten unter anderem Neuseeland und Teile Australiens.
An dem weltberühmten Strand hatten am 14. Dezember zwei Attentäter - ein Vater und sein Sohn - beim jüdischen Lichterfest Chanukka auf eine Menschenmenge geschossen. 15 Menschen kamen ums Leben, Dutzende wurden verletzt. Vor Mitternacht wurde der Opfer in einer bewegenden Schweigeminute gedacht.(dpa)+++