Böller-Idioten kennen keine Gnade

Retter werden zur Zielscheibe: Wer unverantwortlich böllert, hat einen Knall!

In Großstädten werden Einsatzkräfte immer wieder zur Zielscheibe
Foto: picture alliance / Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa | Sebastian Willnow

31.12.2025 / KOMMENTAR - Es sind jedes Jahr wieder dieselben Schlagzeilen zu Silvester: Auf "Ansturm auf Silvesterfeuerwerk" am 29. Dezember folgt am 1. Januar die Meldung "Hand durch Böller verloren" oder "Rettungskräfte mit Raketen beschossen". Eigentlich könnte es so einfach sein. Man könnte doch friedlich und ohne Böllerei ins neue Jahr starten. Nicht nur die Einsatzkräfte würden sich freuen. Auch die Tiere. Bei vielen Menschen scheint das aber noch nicht angekommen zu sein.


Alleine in der Silvesternacht 2024/2025 wurden Einsatzkräfte im zweistelligen Bereich verletzt. In Großstädten werden Retter zur Zielscheibe. Polizei und Rettungskräfte werden mit Feuerwerk beschossen. Die Böller-Idioten kennen dort keine Gnade.

"Wenn wir durch gewisse Bereiche der Stadt fahren, dann scheppert es an unserem Auto ständig. Wir wissen genau: Wir werden die ganze Zeit mit Feuerwerk beschossen. Auch wenn wir aus dem Fahrzeug steigen", sagte ein Berliner Polizist im Interview mit der BILD vor wenigen Tagen. Silvester 2024 wurde ein Polizist in Berlin mit einer Kugelbombe schwerst verletzt - er hat noch heute bleibende Schäden.

Wenn man schon die Bilder der langen Schlangen vor den Supermärkten sieht, kann man die Faszination Feuerwerk nicht nachvollziehen. Schon um sechs Uhr morgens stehen die Pyromanen vor dem Discounter und können es kaum abwarten, ihren Monatslohn gegen Böller einzutauschen. Hier geben viele hunderte bis tausende Euro für ein paar wenige Minuten bunte Lichter aus.

Rettungskräfte sind dem Feuerwerk schutzlos ausgeliefert

Eines wird durch die Bilder aus Großstädten auch deutlich. Die Hemmschwelle ist gesunken. Böller und Raketen werden nicht mehr gekauft, um schöne Bilder am Himmel zu bestaunen, sondern um Dinge zu zerstören und sich und andere damit abzuschießen. Rettungskräfte sind in der Silvesternacht dem Feuerwerk schutzlos ausgeliefert - sie bringen sich für uns in Lebensgefahr. Besonders illegale Feuerwerkskörper werden immer beliebter und gleichzeitig gefährlicher. Eine fatale Kombination.

Zu recht plädieren viele, darunter auch die Gewerkschaft der Polizei, auf ein Böllerverbot. Und wer jetzt Angst hat, dass man auch noch diese Tradition verbieten will, liegt falsch. Man kann Silvester und den Jahreswechsel auch ohne Böller feiern. Und das sogar viel schöner. Mit gutem Essen und dem ein oder anderen Getränk. Nicht zuletzt würden sich auch die Tiere, die jedes Jahr aufs neue an wegen des Geböllers einem Dauerstress ausgesetzt sind, freuen.

Fakt ist: Wer an Silvester böllert, und dann auch noch unverantwortlich, hat einen Knall! Das Geböller ist unnötig und bringt nicht nur Einsatzkräfte in Gefahr. Zwar ist Osthessen nicht Berlin, aber der Böller-Wahn nimmt auch hier zu. Eine traurige Bilanz abschließend zum Nachdenken: 197 Millionen Euro gaben die Deutschen für Feuerwerk alleine zum Jahreswechsel 2024/2025 aus. In diesem Jahr wird noch mal eine weitere Steigerung erwartet. (Ein Kommentar von O|N-Redakteur Moritz Pappert) +++




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