Ein mitreißend schönes Konzert
Udo Jürgens wäre sicher stolz: Dirk Lindemann BigBand in der Hessenhalle
Die Dirk Lindemann BigBand begeisterte am Dienstagabend rund 800 Zuhörer in der Hessenhalle in Alsfeld
Fotos: Hans-Hubertus Braune
02.01.2026 / ALSFELD -
Sein Name steht für musikalische Extraklasse gepaart mit Sympathie und die wundervolle Fähigkeit, sein Publikum bestens zu unterhalten: Die Rede ist von Dirk Lindemann aus Ottrau (Schwalm-Eder-Kreis). Lindemann ist als Pianist, Keyboarder sowie Entertainer weit über die Grenzen Osthessens bekannt.
Eines seiner großartigen Projekte ist die Dirk Lindemann BigBand. Mit rund ein Dutzend bestens ausgebildeten Musikern, Sängerinnen und Sängern teilt er eine besondere Leidenschaft: Udo Jürgens.
Am Dienstagabend gastierte die BigBand endlich wieder in der Region. Gut 800 Fans kamen in die Hessenhalle nach Alsfeld, um gut zweieinhalb Stunden beste Unterhaltung zu genießen. Organisiert wurde das Jahresabschlusskonzert von der Hessenhalle und der Agentur "event" ebenfalls aus Alsfeld. Das feine Catering übernahm die Metzgerei Ziesche aus Grebenau (Vogelsbergkreis).
Dirk Lindemann selbst stammt aus Frielingen, einem Ortsteil von Kirchheim im Landkreis Hersfeld-Rotenburg. Mit seiner BigBand möchte er das musikalische Werk von Udo Jürgens weiterleben lassen, ohne ihn dabei zu kopieren. Der Sänger, Komponist und Entertainer Udo Jürgens aus Klagenfurt in Österreich starb im Jahr 2014 im Alter von 80 Jahren. Er gilt mit rund 105 Millionen verkauften Tonträgern als einer der erfolgreichsten Musiker im deutschsprachigen Raum.
Udo Jürgens-Fan der ersten Stunde
Dirk Lindemann ist ein Udo Jürgens-Fan der ersten Stunde. "Was für ihn mit der Titelmelodie zu Tom & Jerry begann, setzt sich mit der Gründung der Dirk Lindemann BigBand fort", heißt es dazu auf der Internetseite der BigBand. Doch einfach nur einige der insgesamt über 1.000 Lieder zu kopieren, welche Udo Jürgens im Laufe seiner Karriere schrieb und komponierte, ist nicht die Sache von Lindemann.
Seine BigBand und er präsentierten in Alsfeld eine Auswahl der Hits des Österreichers. Im Programm fanden sich aber auch ein paar ausgewählte Lieder anderer Künstler. So präsentierte Gitarrist Nils Hofmann zwei Songs von Udo Lindenberg, mit dem er selbst schon auf der Bühne stand. "Du hast Glück bei den Frauen" sang und spielte er im Duett mit Dirk Lindemann und anschließend als Solo "Mein Ding". Beim Sonderzug aus Pankow übernahmen dann die drei ebenso herausragenden Sängerinnen Melanie Sordel-Klippert, Jenny Wagner und Dirk Lindemanns Schwester Meike Emrich. Mit ihr sang er zudem den Udo Jürgens Song "Liebe ohne Leiden". Einer der zahlreichen emotionalen Highlights der beeindruckenden Show.
Begnadete Bläser und junger Top-Drummer
Den fulminanten BigBand-Sound lieferten die vier begnadeten Bläser um den Saxofonisten Peter Sagurna aus Unna sowie die beiden Trompeter Markus Privat und Edi Sagert. Komplettiert wurde das Quartett mit Udo Seifert aus Nordhessen an der Posaune. Der Musiker spielt unter anderem bei den Heeresmusikkorps in Kassel und Erfurt. Er sprang kurzfristig für den leider ausgefallenen Andreas Deichmann ein. Am Schlagzeug führte der 21-jährige Finn Fenner aus Obergrenzebach (Schwalm-Eder-Kreis) den Rhythmus der BigBand herausragend. Er studiert aktuell Schlagzeug in Mannheim. Sein Lehrer ist der bekannte Drummer Stephan Haus. Er weilte ebenfalls im Publikum.
Dirk Lindemann verstand es blendend, die aktuell herausfordernde Zeit in seinen Übergängen einzubauen und rief dazu auf, die gute Laune trotz all der Wirren unserer Zeit auch im neuen Jahr beizubehalten. Musikalisch wählte er das nachdenkliche Chanson "5 Minuten vor 12". Die Mischung passte einfach. Natürlich wurden die Zuhörer auch von den bekannten Mega-Hits wie "Griechischer Wein", "Ehrenwertes Haus" oder "Aber bitte mit Sahne" und "Ich war noch niemals in New York" verwöhnt. Mitsummen, mitklatschen und mitsingen - das Publikum zeigte sich textsicher und einfach bestens unterhalten.
Leider vergingen die gut drei Stunden - mit einer knapp 30-minütigen Pause - wie im Fluge. Zum Abschluss erklang "Music" von John Miles. Was für eine musikalische Wucht mit Gänsehaut. Logisch, dass die 800 Gäste, die BigBand nicht ohne Zugabe-Rufe von der Bühne verabschiedeten. Da traf es sich bestens, dass die Sängerinnen bei ihrem Sonderzug-Auftritt ihre Reisekoffer am Bühnenrand vergessen hatten. Raten Sie mal, was in einem dieser Koffer lag? Klar, ein weißer Bademantel. Wer kennt ihn nicht? Der Bademantel war ein Markenzeichen von Udo Jürgens.
Und Dirk Lindemann stimmte am Klavier einige Bademantel-Songs an. Zum Finale kam dann nochmals seine BigBand mit auf die Bühne zu "Mit 66 Jahren". Zusammenfassend lässt sich nur schreiben: "Merci Dirk Lindemann und BigBand für diesen wunderbar schönen Abend". Gerne und hoffentlich bald wieder. (Hans-Hubertus Braune) +++