Matthias Dengler geht zurück nach Bayern
Katharina Henkel ist die neue Chefin der Arbeitsagentur Bad Hersfeld-Fulda
Foto: Luzia Kremser
02.01.2026 / REGION -
Ab dem 1. Januar 2026 ist Katharina Henkel die neue Chefin der Arbeitsagentur Bad Hersfeld-Fulda. Die 41-Jährige, die vor zwei Jahren das Amt der operativen Geschäftsführerin übernommen hatte, folgt auf Matthias Dengler, der zum Jahreswechsel wieder in seine alte Heimat nach Bayern zurückkehrt, um sich dort neuen Aufgaben zu widmen. Wir haben die neue Chefin der Arbeitsagentur gefragt, wie sie in ihrer neuen Position gegen steigende Arbeitslosigkeit und Fachkräftemangel vorgehen will und was Frauen in Führungspositionen anders machen als Männer.
O|N: Ganz nach dem Motto 'Neue Besen kehren gut' haben Sie sicher schon Pläne in petto. Was wollen Sie als Vorsitzende der Geschäftsführung konkret anders bzw. neu machen?
Katharina Henkel: "Die Expertinnen unserer sogenannten 'Berufsberatung im Erwerbsleben' unterstützen bei der Planung des Berufswegs und verzeichnen einen deutlichen Anstieg an Kundinnen und Kunden mit Beratungsbedarf. Neben der Weiterbildung ist ein Schwerpunkt die Neu- und Umorientierung. Das Beratungsangebot (auch für Beschäftigte) wurde zudem durch den Bildungspunkt, den wir gemeinsam mit weiteren Partnern betreiben, erhöht.
Auch intern nutzen wir verstärkt die Möglichkeiten von Digitalisierung und KI, unter anderem bei der automatisierten Bearbeitung und Verarbeitung von Texten und Dokumenten. Unsere KI-gestützte Übersetzung umfasst über 40 Sprachen."
O|N: Die Herausforderungen im neuen Jahr sind wohl noch schwieriger geworden als im vergangenen. Was kann die Arbeitsagentur Bad Hersfeld - Fulda gegen steigende Arbeitslosenzahlen und den grassierenden Fachkräftemangel unternehmen?
O|N: Als Frau haben Sie sicherlich einen anderen Führungsstil als Ihre männlichen Kollegen. Wie würden Sie sich selbst als Chefin einschätzen?
Katharina Henkel: "Würde man Kolleg:innen fragen, kämen Begriffe wie vernetzt und partizipativ, aber auch authentisch und entscheidungsfreudig. In meinen Augen basiert moderne Führung auf Vertrauen, nicht auf Kontrolle. Sie befähigt Menschen zur Selbstverantwortung und gibt Sinn statt Anweisungen. Eine moderne Führungskraft hört zu, entwickelt weiter und schafft Raum für Zusammenarbeit. Persönliche Unterschiede in der Führung gibt es immer – sie sind aber nicht unbedingt eine Frage des Geschlechts."
O|N: Frauen in Führungspositionen sind nach wie vor unterrepräsentiert. Woran liegt das und wie kann man es ändern?
Katharina Henkel: "Ein Grund dafür sind die betrieblichen Rahmenbedingungen, die darüber entscheiden, ob der Aufstieg in eine Führungsposition gelingt. Betriebliche Unterstützung zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie spielt in diesem Zusammenhang sicherlich eine wichtige Rolle. Beschäftigten mit Betreuungspflichten helfen Maßnahmen, die die zeitliche und räumliche Flexibilität erhöhen. Hierzu zählt die Möglichkeit zur Arbeit im Homeoffice ebenso wie das Angebot flexibler Arbeitszeitmodelle.
Neben strukturellen Rahmenbedingungen spielen aber auch gesellschaftliche Rollenerwartungen und die Unternehmenskultur eine wichtige Rolle und können zu Stolperfallen werden. Das ist insofern schwierig, da Untersuchungen zeigen, dass Unternehmen mit gemischten Führungsteams stabiler, innovativer und oft profitabler sind. Vielfalt ist kein Experiment, sondern ein Risikomanagement-Faktor. Und das brauchen wir in unserer Region."
Katharina Henkel: "Klares JA! In den vergangenen zwei Jahren konnte ich meine alte Heimat wieder (neu) entdecken und mich selbst von der hohen Lebensqualität in unserer Region überzeugen. Ich fühle mich hier heimisch, nicht zuletzt, da ich auch nach vielen Jahren wieder näher bei meiner Familie bin." (ci)++++