Mönche bereiten große Freude

Gänsehaut pur: Die restaurierte Lullusglocke läutet jetzt noch schöner

Die Lullusglocke iin Bad Hersfeld ist die älteste ihrer Art in Deutschland
Fotos: Hans-Hubertus Braune

27.12.2025 / BAD HERSFELD - Dieser einzigartige Klang ertönt lediglich zu ganz besonderen Anlässen: Wenn die Mönche in ihren Kutten den Katharinenturm im Stiftsbezirk von Bad Hersfeld empor steigen, ist es wieder so weit. Einer von den jährlich fünf Terminen ist der erste Weihnachtsfeiertag.



15 gestandene Männer übernehmen die wunderbare Tradition. Leider waren sie wegen privater Gründe nicht ganz komplett. Für die Mönche war es in diesem Jahr eine noch emotionalere Geschichte. Die älteste datierbare und gegossene Glocke in Deutschland wurde in den vergangenen Wochen von einer Fachfirma aus dem thüringischen Ohrdruf ausgebessert. Immerhin ist sie knapp 1.000 Jahre alt, da tut eine Generalüberholung gut.

Unter anderem wurde die Aufhängung und der Läutearm ertüchtigt. Außerdem erhielt die über eine Tonne schwere Glocke einen neuen Klöppel. Vor einigen Tagen wurde sie montiert und nun zum ersten Mal wieder "offiziell" geläutet. "Das war Extremläuten heute. Nicht nur wegen der Kälte. Endlich konnten wir wieder original läuten. Es ist ein ganz anderer Klang. Man hört es, man spürt es", sagt Michael Weppler. Seit 13 Jahren ist er dabei.

Ein Lullusfeuer nach dem Läuten

Einige Jährchen mehr als Mönch hat Udo Baumgardt auf dem Buckel. Auch er ist begeistert: "Es kann passieren, dass die Augen nass werden. Sie haben es wieder schön gemacht", lobt Baumgardt seine Kameraden. "Das ist Wahnsinn, gerade heute ist es wieder was ganz anderes und eine schöne Sache", erzählt er nach dem Läuten. Als Lohn für ihre Mühen trinken sie gemeinsam einen Lullusfeuer - bei der eisigen Kälte an diesem Tag wärmt dieser zumindest von innen. Einige Passanten sind extra in den Stiftsbezirk gekommen und haben dem Läuten der Lullusglocke mittags Punkt zwölf Uhr begeistert gelauscht. Sie applaudieren den Männern.

Die Glocke wurde übrigens im Jahr 1038 gegossen. Sie wird von jeweils zwei Mönchen über einen Seilzug in Schwung gebracht. Das nächste Mal werden sie zu Ostern, anschließend an Pfingsten zum Start des Lullusfestes und am 16. Oktober, dem Todestag von Lullus, geläutet. (Hans-Hubertus Braune) +++

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