Dieses Jahr mal etwas anders
"Der Retter kommt:" Heiligabendgottesdienst im Feuerwehrhaus
Für den Gottesdienst am Heiligen Abend hatte sich die Evangelische Kirche Flieden in diesem Jahr einen besonderen Ort ausgesucht: Die Fahrzeughalle der Freiwilligen Feuerwehr Flieden. Pfarrer Holger Biehn betont: „Unsere Kirche in Flieden ist sehr klein und fasst die Heiligabendgesellschaft bei weitem nicht.“ Daher seine Idee: „Wir feiern auf der Rettungswache.“
Fotos: Privat
25.12.2025 / FLIEDEN -
Für den Gottesdienst am Heiligen Abend hatte sich die Evangelische Kirche Flieden in diesem Jahr einen besonderen Ort ausgesucht: Die Fahrzeughalle der Freiwilligen Feuerwehr Flieden. Pfarrer Holger Biehn betont: "Unsere Kirche in Flieden ist sehr klein und fasst die Heiligabendgesellschaft bei weitem nicht." Daher seine Idee: "Wir feiern auf der Rettungswache." Auch die Freiwillige Feuerwehr Flieden ließ sich von der Idee schnell begeistern. Das Motto des Gottesdienstes war dabei durchaus doppeldeutig gemeint: "Der Retter kommt!"
Das Feuerwehrhaus, eine sehr nüchterne, neonbeleuchtete technische Halle, erstrahlte durch professionelle Beleuchtung in weihnachtlichen Glanz. Und wo sonst die Kompressoren dröhnen, sorgte die Band "Grapppa" für beschwingte Weihnachtsklänge. Zahlreiche Familien waren schon vor dem Gottesdienst gekommen, um sich die Einsatzwagen von Feuerwehr und der benachbarten DRK-Station aus nächster Nähe anzuschauen. Zum Gottesdienst war die Halle dann voll; etwa 400 Personen feierten den Gottesdienst fröhlich mit.
Pfarrer Holger Biehn betonte in seiner Predigt, dass der Retter doch erst einmal selbst gerettet werden musste. An vielen Stellen wäre die Weihnachtsgeschichte fast gescheitert und der Retter fast nicht zur Welt gekommen. So brauchte Maria einen Retter, der sie ermutigte, ihren unerwarteten Weg weiterzugehen. Josef hingegen habe einen Retter gebraucht, der ihm klarmachte, dass er Maria nicht verlassen solle. Die Herbergssuche hätte die Geburt fast scheitern lassen – wenn da nicht ein Retter doch ein Quartier improvisiert hätte. Und die Weisen mussten davor gerettet werden, zu Spionen zu werden und dem niederträchtigen König Herodes zu verraten, wo sein vermeintlicher Konkurrent zu finden sei. So bräuchte unsere Welt auch gegenwärtig einen Retter, der sie aus Resignation und Zorn herausholt.
Nach dem Gottesdienst zeigte sich das Team um Pfarrer Holger Biehn und Pfarrerin Beate Ehlert begeistert: "Wir hätten nicht gedacht, dass sich so viele Leute auf dieses Heiligabend-Experiment einlassen. Es waren viele "geübte" Kirchgänger da, aber auch viele, die wahrscheinlich sonst gar nicht in die Kirche gegangen wären." Pfarrer Biehn zeigt sich beeindruckt, wie gut die vielen Mitwirkenden zusammengearbeitet haben: "Wir hatten vorher keine Generalprobe, es setzte sich alles erst zum Gottesdienst zusammen." Er dankte besonders den Feuerwehrleuten, die die Halle hergerichtet hatten. Der Gottesdienst endete mit dem Gospel "Go, tell it on the mountain, that Jesus Christ is born". Und schon eine Stunde danach war das Feuerwehrhaus wieder die nüchterne Fahrzeughalle. (ms/pm) +++