Der Geist von Weihnachten in der Stadthalle
"Etwas Gutes tun": 3-Gänge-Menü und Geschenke für Bedürftige
Fotos: André Söllner und Hans-Hubertus Braune
26.12.2025 / BAD HERSFELD -
Auch 2025 lud die Tafel gemeinsam mit der Bahnhofsmission, der Beratungsstelle für Wohnungslose und der evangelischen Kirche Bad Hersfeld wieder zu einem 3-Gänge-Menü in der Stadthalle ein. Über 130 Bedürftige, Alleinstehende und Obdachlose folgten dieser.
Anfrage so groß wie noch nie
Noch mehr Kapazität im nächsten Jahr
Tatsächlich gab es noch mehr Interessenten, rund 25 Personen erhielten leider eine Absage. Doch für das nächste Jahr hatte die Pröbstin gleich eine gute Nachricht im Gepäck: "Es bleiben immer mal ein paar Plätze leer, das ist normal, da Leute krank werden. 2026 werden wir niemandem absagen. Das werden wir auf jeden Fall hinbekommen." Die Veranstaltung fand insgesamt bereits über 30 Mal statt, zum dritten Mal mit Unterstützung der Stadt Bad Hersfeld in der Stadthalle. Früher servierten die zahlreichen Helfer und Ehrenamtlichen das Menü in der Bahnhofsmission – bis dann schließlich der Platz ausging. Auch der Koch bleibt derselbe
Ebenfalls Tradition: Das Essen wurde zubereitet von Karsten Hess und seinem Team vom Landgasthof Neuenstein. Nach einer Ansprache von Pröbstin Kropf-Brandau und einer Begrüßung mit Bürgermeisterin Anke Hofmann, Landrat Torsten Warnecke (SPD) und CDU-Bundestagsabgeordnetem Wilhelm Gebhard ging das Schlemmen los. Gemeinsam servierten die Veranstalter sowie 18 ehrenamtliche Teller als ersten Gang eine Vorsuppe, danach gab es Rouladen mit Klößen und Rotkraut. Zum krönenden Abschluss tischten die Küchenfeen aus Bad Hersfeld einen Eisbecher nach Wahl für jeden Anwesenden auf. Für Karsten Hess gehört das 3-Gänge-Menü inzwischen fest zu seiner Heiligabend-Routine, er verriet: "Stress macht mir das Ganze nicht. Es ist einfach nur schön, etwas Gutes zu tun." Glückliche Gesichter an allen Tischen
An den Gruppentischen unterhielten sich die Menschen angeregt, während sie ihr Essen genossen. Und es kam auch zu emotionalen Momenten: eine Teilnehmerin, die namentlich nicht genannt werden möchte, sagte mit Tränen in den Augen, dass dieser Tag ihr "Weihnachten so schön wie seit Jahren nicht" gemacht habe. Dazu gab es fleißiges Kopfnicken der Sitznachbarn, gepaart mit großem Lob für das Essen. Nach dem Essen die Geschenke
Nachdem die zahlreichen Helfer das Essen abgeräumt hatten, gab es für jeden Teilnehmer ein Geschenk. Möglich machten dies – und natürlich das Essen - die zahlreichen Sponsoren der Veranstaltung. Dazu gehörten neben dem Landgasthof Hess und der Stadt Bad Hersfeld die Cateringfirma Bücking, die Küchenfeen, Gim & Lütticke, Guter Gerlach, Schade + Sohn und Blumen Handwerk Bad Hersfeld. Die Kinder erhielten altersgerechte Geschenke wie beispielsweise Spielzeug, die Erwachsenen durften sich über kuschelig warme Schals freuen. Und zum Abschluss erhielt jeder Anwesende noch eine große Tüte mit Backwaren, damit auch in den kommenden Tagen genug Nahrungsmittel zur Verfügung stehen. Dankbare Gesichter, wohin man auch blickt
Bei den rund 140 anwesenden Personen lösten diese Gesten große Emotionen aus. Von herzlichen Danksagungen bis hin zu gerührten Gesichtern war alles dabei. Ein weiterer Teilnehmer sagte gegenüber OSTHESSEN|NEWS: "Ich bin so dankbar, dass ich diesen hochemotionalen Tag nicht alleine verbringen muss. Dass ich eine leckere Mahlzeit und gute Gespräche genießen durfte und jetzt auch noch mit vollen Händen die Stadthalle verlasse, ist einfach toll." "Inbegriff für das Fest der Liebe"
Am Ende verließen alle Beteiligten die Stadthalle glücklich und zufrieden – egal ob Helfer oder Besucher. Wilhelm Gebhard, Bundestagsabgeordneter der CDU, fasste den Tag so zusammen: "Hier zu stehen gibt mir wirklich das Gefühl von Weihnachten. All das hier ist der Inbegriff für das Fest der Liebe." Und auch Pröbstin Sabine Kropf-Brandau, die ab 16:30 Uhr in die Stadtkirche von Bad Hersfeld wechselte, war einfach nur glücklich: "Es ist toll, dass die Stadt uns so unproblematisch unterstützt und wir an diesem emotionalen Tag dafür sorgen können, dass Menschen nicht alleine sind. Die Organisation lief super und selbst freiwilligen Helfern mussten wir absagen, so viele hilfsbereite Menschen meldeten sich bei uns. Es ist eine große Freude, diese Gemeinschaft spüren zu dürfen." Alles in allem also ein Heiligabend, wie er sein sollte. (Kevin Hildebrand) +++