Auf Einladung der Caritas
"Sonst wäre ich alleine" - 40 Jahre Weihnachtsfeier für Bedürftige in Fulda
Alle Fotos: Martin Engel
25.12.2025 / FULDA -
"Ich freue mich, dass ich wieder hier sein kann in dieser Gemeinschaft, weil sonst wäre ich alleine und ich würde tatsächlich in eine Depression versinken", sagt eine Besucherin der Caritas-Weihnachtsfeier am Heiligen Abend. Für sie bedeutet dieser Nachmittag mehr als gutes Essen: Es ist das Gefühl, nicht alleine zu sein, sondern Teil einer Gemeinschaft, in der jeder für den anderen da ist.
Seit 1985 lädt der Caritasverband Fulda Bedürftige und Alleinstehende am Heiligen Abend zu einer gemeinsamen Feier ein. In diesem Jahr fand das Treffen bereits zum 40. Mal statt - ein Jubiläum, das unter dem Motto des Caritas-Jahresthemas "Da kann ja jeder kommen - Caritas öffnet Türen" stand. Zahlreiche Gäste, darunter auch Kinder, kamen zusammen, um Weihnachten in Gemeinschaft zu erleben. Möglich wird das durch das Engagement vieler Helfender und großzügige Spenden.
Das herausragende Engagement: Keine Selbstverständlichkeit
Dr. Martin Stanke, Generalvikar des Bistums Fulda betonte: "Wir sind nicht alleine, sondern wir sind hier in der Gemeinschaft. Ich habe mich heute früh schon sehr darauf gefreut, dass wir jetzt auch zusammen Weihnachten feiern können." Oberbürgermeister Heiko Wingenfeld sprach ebenfalls zu den Versammelten. "Seit 1985 gibt es diese Einladung zum Miteinander. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Das kommt daher, dass sich viele Menschen bei der Caritas engagieren."
Stadtpfarrer Stefan Buß spricht aus persönlicher Erfahrung
Stadtpfarrer Stefan Buß hatte in den Vorweihnachtstagen viele getroffen, die andernfalls das Fest alleine verbracht hätten. "Ich finde es schön, dass mein Tipp, heute hier zu sein, auch aufgenommen worden ist. Schön, dass ihr da seid. Ich glaube, es ist wichtig und wertvoll, dass wir an so einem Festtag nicht alleine sind. Ich hatte letztes Jahr meine ersten Weihnachten, wo ich erst alleine sein sollte. Mein Vater war gestorben. Die Familie ist immer kleiner geworden. Und da rief eine Familie an und sagte: Du bist doch, glaube ich, alleine. Wir packen was ein, wir kommen bei dir vorbei. Und das ist natürlich schön." (mmb) +++