Die Vernunft "siegt"
Wegen Finanzen: Hessentag macht 2027 keinen Halt in der Eisenbahnerstadt
Archivbilder: O|N/Moritz Rös, Philipp Apel
23.12.2025 / BEBRA -
Die Eisenbahnerstadt Bebra (Landkreis Hersfeld-Rotenburg) verzichtet auf eine Ausrichtung des Hesstags im Jahr 2027. Eine entsprechende Kandidatur werde deshalb nicht eingereicht. Das erklärte die Stadt in einem Brief an den Hessentagsbeauftragten der Landesregierung, Thorsten Herrmann.
Ein Jahr nach Fulda wäre der Hessentag theoretisch in die regionale Nachbarschaft gezogen. Doch die finanziellen Unsicherheiten und die aktuelle allgemeine Lage im gesamten Land habe die Stadtverantwortlichen dazu bewogen, lieber auf das große Landesfest zu verzichten. Die Stadt fühle sich durch das Interesse der Landesregierung um eine mögliche Ausrichtung dennoch sehr geehrt.
"Die Machbarkeit wäre gegeben"
"Wir haben uns intensiv und verantwortungsvoll mit dieser Option auseinandergesetzt und das Thema in mehreren Runden gemeinsam mit den politischen Vertreterinnen und Vertretern unserer Stadt diskutiert. Dabei ist deutlich geworden: Die grundsätzliche Machbarkeit eines Hessentages in Bebra wäre gegeben. Wir haben uns viele Gedanken darüber gemacht, wie ein Hessentag auch in einer kleineren Stadt funktionieren, begeistern und über die Stadtgrenzen hinaus positive Impulse setzen könnte. Gerade dieser Gedanke hat uns sehr motiviert", schreibt die Stadt in dem Brief an Herrmann, welcher der Redaktion von OSTHESSEN|NEWS vorliegt.Die Verantwortlichen sehen sich jedoch mit sehr engen finanziellen Rahmenbedingungen konfrontiert. "Während wir zu Beginn der Haushaltsgespräche 2026 noch mit Rücklagen in Höhe von rund 7 Mio. Euro in den Prozess gegangen sind, haben die inzwischen vorliegenden aktuellen Zahlen des kommunalen Finanzausgleichs – verbunden mit geringeren Zuweisungen sowie steigenden Belastungen durch Kreis- und Schulumlage – unsere finanzielle Ausgangslage erheblich verändert", heißt es in dem Schreiben weiter.
Haushalt 2026 verschoben
Die Verabschiedung des Haushalts für das kommende Jahr sei auf Ende Februar 2026 verschoben worden. Die Fraktionen würden Gespräche führen, da drastische Kürzungen in den Haushaltsentwurf eingearbeitet werden müssten. Diese gingen letztlich zu Lasten der Einwohnerschaft in Bebra. Ein weiterer Aspekt sei die bevorstehende Kommunalwahl und den möglicherweise veränderten Mehrheitsverhältnissen im Parlament.