Die Vernunft "siegt"

Wegen Finanzen: Hessentag macht 2027 keinen Halt in der Eisenbahnerstadt

Bürgermeister Stefan Knoche (Parteilos) erklärt den Verzicht auf die Kandidatur zum Hessentag 2027 in Bebra
Archivbilder: O|N/Moritz Rös, Philipp Apel

23.12.2025 / BEBRA - Die Eisenbahnerstadt Bebra (Landkreis Hersfeld-Rotenburg) verzichtet auf eine Ausrichtung des Hesstags im Jahr 2027. Eine entsprechende Kandidatur werde deshalb nicht eingereicht. Das erklärte die Stadt in einem Brief an den Hessentagsbeauftragten der Landesregierung, Thorsten Herrmann.



Ein Jahr nach Fulda wäre der Hessentag theoretisch in die regionale Nachbarschaft gezogen. Doch die finanziellen Unsicherheiten und die aktuelle allgemeine Lage im gesamten Land habe die Stadtverantwortlichen dazu bewogen, lieber auf das große Landesfest zu verzichten. Die Stadt fühle sich durch das Interesse der Landesregierung um eine mögliche Ausrichtung dennoch sehr geehrt.

"Die Machbarkeit wäre gegeben"

"Wir haben uns intensiv und verantwortungsvoll mit dieser Option auseinandergesetzt und das Thema in mehreren Runden gemeinsam mit den politischen Vertreterinnen und Vertretern unserer Stadt diskutiert. Dabei ist deutlich geworden: Die grundsätzliche Machbarkeit eines Hessentages in Bebra wäre gegeben. Wir haben uns viele Gedanken darüber gemacht, wie ein Hessentag auch in einer kleineren Stadt funktionieren, begeistern und über die Stadtgrenzen hinaus positive Impulse setzen könnte. Gerade dieser Gedanke hat uns sehr motiviert", schreibt die Stadt in dem Brief an Herrmann, welcher der Redaktion von OSTHESSEN|NEWS vorliegt.

Die Verantwortlichen sehen sich jedoch mit sehr engen finanziellen Rahmenbedingungen konfrontiert. "Während wir zu Beginn der Haushaltsgespräche 2026 noch mit Rücklagen in Höhe von rund 7 Mio. Euro in den Prozess gegangen sind, haben die inzwischen vorliegenden aktuellen Zahlen des kommunalen Finanzausgleichs – verbunden mit geringeren Zuweisungen sowie steigenden Belastungen durch Kreis- und Schulumlage – unsere finanzielle Ausgangslage erheblich verändert", heißt es in dem Schreiben weiter.

Haushalt 2026 verschoben

Die Verabschiedung des Haushalts für das kommende Jahr sei auf Ende Februar 2026 verschoben worden. Die Fraktionen würden Gespräche führen, da drastische Kürzungen in den Haushaltsentwurf eingearbeitet werden müssten. Diese gingen letztlich zu Lasten der Einwohnerschaft in Bebra. Ein weiterer Aspekt sei die bevorstehende Kommunalwahl und den möglicherweise veränderten Mehrheitsverhältnissen im Parlament.

"Auch vor dem Hintergrund des zunehmend enger werdenden Planungszeitraums für den Hessentag 2027 haben wir uns daher, nach reiflicher Abwägung und schweren Herzens dazu entschlossen, keine Bewerbung einzureichen", schreibt.

Bürgermeister Stefan Knoche (parteilos) fasst die Entscheidung zusammen: "Diese Entscheidung fällt uns und auch mir persönlich nicht leicht. Umso mehr bitten wir um Verständnis dafür, dass wir uns in der aktuellen Lage zu diesem Schritt gezwungen sehen – aus Verantwortung gegenüber der Stadt, ihrer finanziellen Handlungsfähigkeit und den Menschen vor Ort." (hhb) +++

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