Ausstellungseröffnung im KARL
"Kaufhäuser sind Sehnsuchtsorte" - Kerber-Fotos wecken Erinnerungen
Alle Fotos: Martin Engel
23.12.2025 / FULDA -
Kaufhäuser waren über Jahrzehnte weit mehr als Orte des Einkaufs. Sie waren Treffpunkte, Erlebnisräume und für viele Fuldaerinnen und Fuldaer echte Sehnsuchtsorte. Genau diesem Gefühl widmet sich die neue Ausstellung "KERBER. Fulda kauft ein. 1958–1991", die seit Montagabend im Erdgeschoss des Konzepthauses KARL zu sehen ist.
Zur Ausstellungseröffnung begrüßte Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) zahlreiche Gäste. "Dass Sie sich trotz des vorweihnachtlichen Stresses die Zeit nehmen, freut uns als Stadt sehr", sagte Wingenfeld. Ziel sei es, an diesem historischen Ort ein Stück Fuldaer Stadtgeschichte erlebbar zu machen.
Das steckt hinter der Ausstellung
Die Ausstellung zeigt ausgewählte Fotografien des langjährigen Pressefotografen Hubert Weber (1931–2024), der das Leben im Kaufhaus Karl Kerber über mehr als fünf Jahrzehnte mit seiner Kamera begleitete. Die Motive stammen aus dem Stadtarchiv Fulda und dokumentieren Winter- und Sommerschlussverkäufe, Feste, Alltagsszenen - und damit auch den Wandel der Fuldaer Innenstadt während der Jahre des Wirtschaftswunders und darüber hinaus.Die Idee zur Ausstellung sei erst vor wenigen Monaten entstanden, angestoßen durch die Stadtentwicklungsgesellschaft und in enger Zusammenarbeit mit dem Kulturamt um Dr. Heiler umgesetzt worden. Fotografien hätten sich als ideales Medium angeboten - nicht zuletzt durch den "wahren Schatz" an Bildern von Hubert Weber, der im vergangenen Jahr verstorben ist.
Erinnerungen zwischen Spielzeugabteilung und Softeis
Persönlich wurde es, als Wingenfeld eigene Erinnerungen teilte - an die Spielzeugabteilung, die Aquarien mit Forellen in der Feinkostetage oder das berühmte Softeis. Genau das mache den besonderen Wert der Ausstellung aus. Der Oberbürgermeister erinnerte an die Bedeutung des Kaufhauses Kerber für die Stadt: von den Anfängen in der Marktstraße über den Erwerb des damaligen Europahauses im Jahr 1956 bis hin zum raschen Neubau ab 1957. Viele der Besucher fanden sich ebenfalls in den Motiven wieder. Beim Rundgang wurde geschmunzelt, gestaunt und genickt - ob beim Blick auf die Bauzeiten, die Milchbar als Treffpunkt für erste Dates oder bei Szenen aus dem dichten Einkaufsalltag vergangener Jahrzehnte. Dr. Kutzner: "Kaufhäuser sind Sehnsuchtsorte"
Im Anschluss erläuterte Dr. Maximilian Kutzner von der Geschichtsmanufaktur Kutzner das Konzept der Ausstellung. Die vergangenen Wochen seien intensiv gewesen, sagte er, doch der Aufwand habe sich gelohnt. Besonderer Dank galt den "stillen Helden" aus dem Stadtarchiv, die maßgeblich zur hochwertigen Aufbereitung der Fotografien beigetragen haben.