Wenn die stille Nacht zu still wird
Allein an Weihnachten: Diese Angebote helfen gegen Einsamkeit
Foto: Emely Schrön
24.12.2025 / REGION -
Für viele beginnt jetzt die besinnlichste Zeit des Jahres. Lichterketten schmücken die Innenstädte, Familien rücken näher zusammen, gemeinsame Mahlzeiten gehören fest zu den Weihnachtsfeiertagen. Doch Weihnachten zählt auch zu den Tagen im Jahr, an denen Einsamkeit besonders spürbar wird. Geschäfte bleiben geschlossen, soziale Kontakte werden weniger - und nicht jeder hat Familie oder Freunde in der Nähe.
Gemeinsame Zeit statt leerer Teller
Caritas lädt Bedürftige und Alleinstehende einBereits zum 40. Mal lädt der Caritasverband für die Regionen Fulda und Geisa (RCV) gemeinsam mit dem Caritasverband für die Diözese Fulda (DiCV) und der Innenstadtpfarrei am Heiligen Abend zu einer Weihnachtsfeier ein. Von 12 bis 16 Uhr öffnet das Dompfarrzentrum Hinterburg in Fulda seine Türen für Bedürftige und Alleinstehende. Die Gäste erwartet ein warmes Mittagessen, Kaffee und Kuchen und auch ein Weihnachtsgeschenk. Für viele ist es nicht nur das Essen, sondern vor allem das Miteinander, das diesen Nachmittag besonders macht.
"Heiligabend für Traurige" - die Kirche als Gemeinschaftsort
Die Christuskirche informiert darüber, dass der Kooperationsraum "Gemeinsam evangelisch" am 24. Dezember erneut zu einem "Heiligabend für Traurige" einlädt. Beginn ist um 11 Uhr auf dem Vorplatz des Friedhofs am Frauenberg (Fulda), wo eine tröstende Andacht angeboten wird. Gestaltet wird diese von Pfarrerin Jana Koch-Zeißig, Dekan Thorsten Waap sowie Vikar Johannes Trepte von der Christuskirche. Die Veranstaltung richtet sich an Menschen, denen es an diesem Tag nicht warm ums Herz wird.Natürlich finden an den Weihnachtsfeiertagen auch reguläre Gottesdienste in der gesamten Region statt, die ein Gemeinschaftsgefühl spenden können.
Zusammensein übers Telefon oder online
Nicht jeder möchte oder kann an diesen Veranstaltungen teilnehmen. Für diese Menschen gibt es telefonische und digitale Angebote. Die bundesweite Initiative "Keiner bleibt allein" vernetzt Menschen, die Weihnachten oder Silvester nicht alleine verbringen möchten - sei es virtuell oder im echten Leben. Über soziale Netzwerke werden Menschen zusammengebracht, die einen Platz anbieten oder Anschluss suchen. Im vergangenen Jahr meldeten sich zehntausende Interessierte. Einsamkeit ist längst kein Randproblem mehr. Gerade an Weihnachten wird vielen Menschen schmerzlich bewusst, was oder wer ihnen fehlt. Doch nicht jede Person leidet unter einem ruhigen Weihnachtsfest. Manche entscheiden sich ganz bewusst dafür, den Trubel zu meiden. Auch das ist legitim. Wer Weihnachten alleine verbringt, kann den Tag nach eigenen Bedürfnissen gestalten. Entscheidend ist, ob das Alleinsein als selbstgewählt oder als belastend empfunden wird. Für Letzteres gibt es Angebote, Hilfe und Gemeinschaft. Falls Sie, liebe Leser, noch weiter Anlaufstellen in der Region für die Feiertage kennen, schreiben Sie uns gerne an redaktion@osthessen-news.de. (Emely Schrön) +++