Ehrenamt am Limit

Wenn zu wenige Lebensmittel zum Aufnahmestopp bei der Tafel führen

Aufgrund von zu wenig Lebensmitteln musste die Tafel in Fulda einen Aufnahmestopp von Neukunden verhängen. Für die ehrenamtlichen Mitarbeiter ein herber Schlag.
Symbolfotos: O|N/Maria Franco

29.12.2025 / FULDA - Vor der Tür stehen Menschen, die hungern und dringend Hilfe brauchen - doch die Tafel in Fulda gerät an ihre Grenzen. "Wir können aktuell leider keine neuen Kunden aufnehmen, obwohl eine hohe Nachfrage besteht", sagt Stefan Schunck, Vorstandsvorsitzender der Tafel Fulda. Das Ehrenamt hat deshalb einen Aufnahmestopp ausgerufen – ein Schritt, der den Helfern schwerfällt und Betroffene hart trifft.



Die Tafel sammelt Lebensmittel, die sonst weggeworfen würden, und gibt sie an Menschen weiter, die wenig Geld haben. Ehrenamtliche sortieren die Waren, packen Kisten und verteilen sie an Bedürftige. So hilft die Tafel dabei, Armut zu lindern und Lebensmittelverschwendung zu vermeiden. Doch aktuell fehlt in der Domstadt die Nahrung, die verteilt werden kann. Mit ihrer Arbeit hilft die Tafel in der Domstadt rund 600 Haushalten - das sind etwa 1.800 Personen, die wöchentlich versorgt werden.

"Wir tun alles, was uns möglich ist"

"Wir haben zu viele Kunden, die bei uns nachfragen und Essen brauchen, aber bedauerlicherweise haben wir aktuell nicht genug Speisen", erklärte der Vorstandsvorsitzende im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS. Der Grund dafür ist leicht zu erklären. "Die Supermärkte kalkulieren die Essensware - auch mit Hilfe der künstlichen Intelligenz - viel gründlicher. Das bedeutet, dass weniger übrig bleibt." Die Beteiligung der Supermärkte selbst wachse zwar, die gesammelten Lebensmittel reichen allerdings nicht aus.

Eine Möglichkeit der Besserung ist laut Schunck nicht in Sicht. "Sobald wir mehr Lebensmittel haben, wollen wir wieder starten. Wir sind stets bemüht, den Bedürftigen zu helfen. Die Gesamtsituation ist für unsere ehrenamtlichen Helfer sehr schade, die Personen mit traurigem Schicksal abzulehnen. Auf der anderen Seite ist es natürlich schrecklich, wenn die Betroffenen nicht die nötige Hilfe erhalten. Aktuell haben wir keine Alternativen. Dennoch tun wir alles, was uns möglich ist." Die Tafel freue sich dennoch über jede ehrenamtliche Mithilfe, über Lebensmittel und über jeden Mitgliedsbeitrag.

Trotz der schwierigen Situation bleibt die Tafel Fulda ein wichtiger Anker für viele Menschen in der Region. Damit die Hilfe auch künftig verlässlich weitergehen kann, ist sie mehr denn je auf Unterstützung angewiesen – sei es durch Lebensmittelspenden, ehrenamtliches Engagement oder neue Mitglieder. Jede Hilfe zählt und trägt dazu bei, dass die Tafel ihre Türen bald wieder für alle öffnen kann, die auf sie angewiesen sind. (mis) +++

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